Arbeit und Dienstleistung 4.0

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Arbeit und Dienstleistung 4.0

Der Dienstleistungssektor ist von den Auswirkungen der Digitalisierung auf eine besondere Weise betroffen. Bisher wurde es als gegeben angesehen, dass „Arbeit am Menschen“ auch von Menschen verrichtet wird. Können Maschinen überhaupt Kunden Aufgaben abnehmen oder Probleme für sie lösen? Immer häufiger lautet die Antwort darauf: Ja! Insbesondere wenn man bedenkt, dass auch künstliche Intelligenz als eine Maschine betrachtet werden muss. Sprachroboter in Callcentern sind schon heute zum Teil nur noch schwer als solche zu unterscheiden. Künstlicher Intelligenz werden zudem sprunghafte Entwicklungen vorausgesagt, die Grenzen der Machbarkeit immer weiter verschieben werden.

Zu den Verdrängungsmöglichkeiten kommt noch ein enormes Potential für Überwachung und Steuerung von Beschäftigten hinzu. Durch die Einschränkung von Handlungsspielräumen und höheren Druck sinkt die Qualität der Beschäftigung und steigen psychische Belastungen.

Arbeit und Leben NRW hat vom 28.-30. September 2016 gemeinsam mit ver.di nach Berlin eingeladen, um die Digitalisierung der Dienstleistungsbranche zu thematisieren. Bei der Fachtagung „Arbeit und Dienstleistung 4.0“ wurde dort mit Expertinnen und Experten aus Gewerkschaften, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über Auswirkungen und Gestaltungsmöglichkeiten diskutiert.

„Wie 3D-Druck, Roboter und Künstliche Intelligenz unsere Arbeitswelt erschüttern werden“ erläuterte Anke Domscheit-Berg, Publizistin und Netzaktivistin, in ihrem Impulsvortrag. Domscheit-Bergs Fazit: Bildung, Bildung und noch mehr Bildung. Zudem seien radikalere soziale Reformen unvermeidbar um den einschneidenden gesellschaftlichen Veränderungen zu begegnen. Nur so könne die digitale Zukunft auch eine gerechte werden.

In weiteren Beiträgen und anschließenden Diskussionen ging es unter anderem um Erkenntnisse aus der Wissenschaft, arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen, Diskurs und Praxis in Betriebsvereinbarungen, Beschäftigtendatenschutz sowie Beteiligung und Mitbestimmung in einer Arbeitswelt. Leitfragen waren dabei immer: Was verändert sich? Was wollen wir? Und wie können wir es mitgestalten? Die Referentinnen und Referenten kamen aus ganz unterschiedlichen Kontexten vom Fraunhofer Institut bis zum Institut für Autonomieforschung COGITO.

Die Fachforen gaben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit den Austausch zu „Arbeitszeitregelungen, -orten und mobiler Arbeit“, „Qualifikation, Berufsausbildung und Dualem Studium“ oder „Leistungs- und Verhaltenskontrolle im Spiegel von Gesundheitsschutz“ in kleineren Gruppen zu intensivieren. Die Ergebnisse wurden anschließend im Plenum geteilt.

Nachdem Lothar Schröder Konzepte und Projekte der Gewerkschaften des ver.di-Bundesvorstands Vorgestellt hatte, wurden bei der abschließenden Podiumsdiskussion alle Stränge der intensiven drei Tage zusammengeführt. Dort standen Anke Domscheit-Berg, Josef Bednarski, Konzernbetriebsratsvorsitzender der Deutschen Telekom AG, und Benjamin Mikfeld, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Rede und Antwort. Die Antworten auf die Frage „Was muss getan werden?“, vielen sehr unterschiedlich aus. Klar wurde letztendlich: Die Digitalisierung wird das was wir daraus machen.

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