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Obdachlos nach Obsternte auf deutschen Feldern - Fall des Monats Mai 2020

Was passiert wenn rumänische Erntehelfer*innen sich nach drei Wochen harter Arbeit nach ihrer Entlohnung erkundigen? In diesem Fall wurde ihnen sofort gekündigt und sie landeten buchstäblich auf der Straße. Es folgte eine Odyssee bei der sie letztendlich von dem Obsthof in der Nähe von Bonn bis nach Leverkusen zu Fuß liefen, bevor sie Hilfe bei einer unserer Beraterinnen fanden.

Mit dem Fall des Monats werden Fälle aus der Beratungspraxis beispielhaft dargestellt. Die Fälle werden unter www.gute-arbeitswelt.nrw im Auftrag des Ministeriums für Arbeit Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen von der G.I.B. NRW veröffentlicht.

Der Fall des Monats Mai 2020 ist hier zu finden.

Arbeitsausbeutung von Beschäftigten aus Bulgarien in Nordrhein-Westfalen - Interview im Deutschlandfunk

Nicht gezahlte Löhne, ungerechtfertigte Kündigungen, schlechte Arbeitsbedingungen und allgemeine Verunsicherung gegenüber dem Arbeitgeber. Die Beschäftigten aus Bulgarien im Niedriglohnsektor, die für eine bessere Zukunft nach Deutschland gekommen sind, werden wie viele andere osteuropäischen Arbeitnehmer*innen in Deutschland häufig ausgebeutet. Bestimmte Arbeitgeber*innen nutzen die fehlenden Sprach- oder Rechtskenntnisse der Zuwanderer*innen gezielt aus. Einer unserer Berater hat in einem Interview mit dem Deutschlandfunk über seine Erfahrungen mit bulgarischen Arbeitnehmer*innen in Nordrhein-Westfalen berichtet, die unter unfairen Bedingungen arbeiten.

Der Beitrag Abgezockt, betrogen, gefährdet – Rumänen und Bulgaren in Deutschland wurde am 23. Mai 2020 im Deutschlandfunk gesendet. Das Interview beginnt ab Minute 31:26.

Werkarbeiter, Erntehelfer, Billiglöhner: Wie sind ihre Lebensumstände? - Beitrag in der Aktuellen Stunde

Frische Erdbeeren und Spargel gehören einfach dazu. Jedes Jahr zwischen April und Juli zählen sie zu den beliebtesten Obst und Gemüsesorten in Deutschland. Aber unter welchen Bedingungen arbeiten und leben Menschen, die sie auf den Feldern für uns ernten?

Menschenwürdige Bedingungen in der Landwirtschaft sind leider nicht selbstverständlich. Der gesetzliche Mindestlohn wird mit unterschiedlichen Tricks unterlaufen. Ein Beispiel: Akkordarbeit ist unter bestimmten Umständen zulässig, darf aber nicht dazu führen, dass der Mindestlohn unterschritten wird. Auch diverse Abzüge für Miet-und Verpflegungskosten sind weit verbreitet. Die Wohnbedingungen sind zudem häufig sehr schlecht. In der Coronakrise führen insbesondere die fragwürdigen Lebensbedingungen in Gruppenunterkünften zu ernsten Problemen. Eine unserer Beraterinnen wurde von einem Kamerateam des WDR begleitet, als sie in Bornheim bei einem Gemüsebauern Beschäftigte aus Rumänien über ihre Rechte Aufgeklärt hat.

Der Beitrag wurde in der Aktuellen Stunde vom 24. Mai 2020 ausgestrahlt.

Arbeitsniederlegung von Erntehelfer*innen für Lohnauszahlung - Interview Deutsche Welle

Jahrelang sind die Arbeitsbedingungen von Erntehelfer*innen im dunkeln geblieben, in der aktuellen Situation kommen sie nun immer häufiger ans Tageslicht. Über 250 Rumänen haben nach einem Monat die Arbeit auf einem Obsthof in Bornheim niedergelegt und für Lohnauszahlung protestiert. Wie ist es überhaupt zu dieser akuten Situation angekommen, wie sieht die Chance einer Lohnauszahlung aus, was ist die Rolle des Bauernverbands und wer haftet für die Rückführung?  Eine unserer Beraterinnen war vor Ort und hat diese Fragen, auch mit Blick auf die allgemeine Problematik in der Landwirtschaft, in einem Interview für die Deutsche Welle beantwortet.

Das Interview wurde auf rumänisch geführt und am 20. Mai 2020 von der Deutschen Welle als Video auf Facebook und YouTube veröffentlicht.

Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie – Beitrag WDR Markt

Durch die Corona-Krise und zahlreiche Infektionen in Schlachthöfen sind die seit langem bekannten Missstände in der Fleischindustrie  in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Der WDR hat über rumänische Beschäftigte berichtet, die sich in Coesfeld in Quarantäne befinden. Eine unserer Beraterinnen teilt in dem Beitrag für Markt ihre Erfahrungen aus der Beratungsarbeit und erklärt wie sich die Probleme für die Beschäftigten in der aktuellen Situation weiter verschärft haben.

Der Beitrag aus der WDR-Sendung Markt vom 20. Mai 2020 ist hier zu sehen (Minuten 8:56 bis 18:30).

Unterbringung von Erntehelfer*innen in NRW - WDR Aktuelle Stunde

Immer mehr Erntehelfer*innen werden aufgrund der aktuellen Situation aus Rumänien eingeflogen. Eine unserer Beraterinnen war am 12. Mai 2020 mit der IG BAU am Flughafen Düsseldorf, als dort 250 Saisonarbeiter*innen angekommen sind. Vor Ort haben sie die Menschen mit Informationen versorgt und versucht mehr über deren anschließende Unterbringung und Lebensbedingungen zu erfahren. Der WDR hat über die Aktion in einem Beitrag für die Aktuelle Stunde zur Unterbringung von Erntehelfer*innen in NRW berichtet.

Der Beitrag des WDR ist hier (Minuten 05:00 bis 08:10) zu sehen.

Die Aktion wurde zudem in einem Beitrag der IG BAU Rheinland dokumentiert.

Interview zur Situation von osteuropäischen Beschäftigten in Schlachthöfen in NRW

Die Zahlen der Corona-Infizierungen unter osteuropäischen Beschäftigten in Schlachthöfen in NRW sind besorgnisererrgend hoch. Allein in Fleischbetrieben im Münsterland wurden 250 Personen positiv getestet (Stand 11. Mai 2020). Die Gefahr der Ansteckung ist besonders groß in Pausenräumen, beim Sammeltransport in Kleinbussen sowie in Sammelunterkünften. Um eine rasante Verbreitung der Infizierungen einzudämmen, wurde schon der erste Schlachtbetrieb im Kreis Coesfeld vorübergehend geschlossen. Laut Gesundheits- und Arbeitsminister Karl Josef-Laumann sollen jetzt alle Mitarbeiter*innen in Fleischbetrieben in NRW getestet und Gemeinschaftsunterkünfte überprüft werden.

In einem Interview mit der Deutschen Welle sprach eine unserer Beraterinnen über die Situation der osteuropäischen Beschäftigten und Rechte während der Quarantäne.

Das Interview in rumänischer Sprache ist hier zu finden.

Situation von Erntehelfer*innen - Gespräch im Deutschlandfunk "Update"

Landwirte stehen momentan unter Druck, aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus fehlen die dringend benötigten Erntehelfer*innen. Die Arbeitsbedingungen sind schon im Normalfall schwierig, in der aktuellen Situation verschärfen sich die Probleme vielerorts zusätzlich. Eine unserer Beraterinnen hat im Deutschlandfunk "Update" über die Situation der Ernte*helferinnen gesprochen.

Den Mitschnitt des Gesprächs gibt es hier.

Begrüssung von Erntehelfer*innen im Rheinland

Gemeinsam mit der IG BAU Rheinland hat eine unserer Beraterinnen die am Flughafen Düsseldorf gelandeten Erntehelfer*innen aus Rumänien begrüßt. Unter anderem wurden die Flyer mit den Kontaktdaten unserer Beratungsstellen verteilt und eine Durchsage auf Rumänisch über den Bordfunk der Transferbusse gemacht.

Die IG BAU Rheinland hat die Aktion hier dokumentiert.

Artikel zu Arbeitsbedingungen der Erntehelfer*innen aus Rumänien in der Coronakrise

Für den Artikel über die Situation der Saisonarbeiter*innen aus Rumänien, die für die Spargel- und Erdbeerernte eingeflogen wurden, wurde unter anderem eine unserer Beraterinnen interviewt. Sie Informiert über die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, die schwierigen Arbeitsbedingungen und Probleme beim Einhalten von Hygienevorschriften. Dabei gibt sie auch konkrete Empfehlungen für den Umgang mit Arbeitsunfällen, Erkrankungen und der Krankenversicherung.

Der Artikel ist auf dem rumänischen Journalist*innenportal PressOne erschienen.

Livestream mit Informationen für Beschäftigte aus Rumänien in der Coronakrise

In einem Livestream hat eine unserer Beraterinnen Antworten auf die Fragen von Mobilen Beschäftigten aus Rumänien gegeben. Die Aufzeichnung des Livestreams stellen wir hier zur Verfügung.

Sieben Monate ohne Lohn – wegen Krankheit!

Der rumänische Bauhelfer S.P. wandte sich wegen der ausstehenden Lohnvergütung sowie wegen der Lohnfortzahlung an die Dortmunder Beratungsstelle des Projekts „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ von Arbeit und Leben NRW. Nachdem mehrere Versuche, mit dem Arbeitgeber in Kontakt zu treten, gescheitert sind, begleitet die Beratungsstelle den Arbeitnehmer bei einer gerichtlichen Klärung.

Lesen Sie den ganzen Beitrag hier.

ZDFzoom-Reportage: Sklaven der Straße

Im LogPort in Duisburg haben die Beraterinnen und Berater von Arbeit und Leben NRW erneut osteuropäische LKW-Fahrer über ihre Rechte auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland aufgeklärt. Auf den Parkplätzen dort verbringen sie ihre täglichen und wöchentlichen Ruhezeiten, obwohl ihre Arbeitgeber zumindest für die längeren wöchentlichen Ruhezeiten für eine angemessene Unterkunft außerhalb der Fahrerkabine sorgen und bezahlen müssen. Die Männer aus Bulgarien, Nordmazedonien und Rumänien, die sie vor Ort getroffen haben, sind monatelang im Ausland unterwegs und getrennt von ihren Familien. Mit dem unter diesen Umständen hart verdienten Geld müssen sie sich und ihre Familien in den Heimatländern durchbringen. In der Transport- und Logistikbranche hat sich ein unfaires Spesenmodell durchgesetzt, mit dem die Herkunft und Situation der Fahrer gnadenlos ausgenutzt wird. Über die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen und die Ausbeutung der Berufskraftfahrer wurde in der ZDR-Reportage „Sklaven der Straße“ berichtet. Stanimir Mihaylov und Elena Strato vom Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ haben die Gewerkschaften und das Journalistenteam beim Kontakt mit den osteuropäischen Arbeitnehmern in Duisburg unterstützt.  

Da es auf dem Parkplatz keine Duschen, keine Toiletten und nicht genügend Mülltonnen gibt, kommt es zu Spannungen zwischen LKW-Fahrern und Menschen aus der Nachbarschaft. Eine gewerkschaftliche Initiative versucht zwischen den beiden Gruppen zu vermitteln und den Austausch mit interessierten Vertreterinnen und Vertretern der Bundes-, der  Landes- und der Lokalpolitik zu intensivieren. Eine für alle Seiten tragbare Lösung soll auch verhindern, dass das Thema bei den anstehenden Kommunalwahlen 2020 instrumentalisiert und so Politik auf den Rücken der schwächsten Mitglieder der Gesellschaft gemacht wird. Arbeit und Leben NRW wird die gewerkschaftliche Initiative weiterhin unterstützen und so für menschenwürdige Arbeitsbedingungen der Berufskraftfahrer eintreten.

Rundgang am Logport in Duisburg-Rheinhausen

Am 25. August 2019 haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den Beratungsstellen für Beschäftigte aus Osteuropa in Dortmund und Düsseldorf an einem Rundgang über das Logport-Gelände in Duisburg-Rheinhausen teilgenommen. Eingeladen dazu hatten die Kolleginnen und Kollegen von ver.di, um auf die Situation von LKW-Fahrern vor Ort aufmerksam zu machen. An dem Rundgang haben auch weitere Gewerkschafter und Politiker, darunter der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Bischoff, teilgenommen.

Einen ausführlichen Bericht zu der Aktion gibt es hier.

Der Paritätische: "Viel Arbeit - Aber Kein Geld"

Der Paritätische berichtete in der ersten Ausgabe 2019 seines Verbandsmagazines, über einen der Fälle, die Catalina Guia und ihre Kollegen und Kolleginnen im Projekt "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten" betreuen. Es handelt sich um einen jungen rumänischen Paketzusteller, der Erfahrungen mit Ausbeutung macht.

Lesen Sie den ganzen Beitrag auf Seite 6 und 7.

WDR5 Beitrag: Fünf Jahre Arbeitnehmerfreizügigkeit

Anlässlich des 5. Jubiläums der Arbeitnehmerfreizügigkeit, welche Rumänen und Bulgaren erstmals ermöglichte, ohne weitere Genehmigungen arbeiten zu können, sendete der WDR5 am 02. Januar 2019 einen kurzen Beitrag. Als Expertin wurde unter anderem die Beraterin Catalina Guia interviewt.

Es sei statistisch belegbar, dass die allermeisten die gekommen sind, entgegen der Voraussagungen einiger damaliger Politiker, in einem Arbeitsverhältnis sind und keine „soziale Hängematte“ ausnutzen. Auffällig sei aber auch die Qualifikation der Arbeiter, ein Großteil hat entweder einen universitären Abschluss oder ist nur in helfender Funktion tätig – es gibt kaum eine Mitte.

Die geringqualifizierten Osteuropäer sind Catalina Guias Zielgruppe. Sie berät sie in allen Belangen des deutschen Arbeitsrechts, da die meisten die deutschen Gesetze nicht kennen und oft auch der Deutschen Sprache nicht mächtig sind. Dies, kombiniert mit der Anwerbung im Herkunftsland oder mit dem blinden Vertrauen in „Vermittlungsnetzwerke“, macht die Arbeiterinnen und Arbeiter zu leichten Opfern für Betrug durch ihre Arbeitgeber.

Unter diesem Link können Sie sich den vollständigen Beitrag anhören.

Die Zeit: "Schwere Last, leichter Lohn"

Am 20. Dezember berichtete "Die Zeit" in einem Artikel über die prekären Arbeitsverhältnisse in der Paketzustellungsbranche. Hier zu wurde auch Catalina Guia als Beraterin für Betroffene interviewt:

Bogdan C. holte sich Hilfe bei Catalina Guia von der Beratungsstelle Arbeit und Leben in Düsseldorf, einer vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und den Volkshochschulen getragenen Beratungsstelle für Wanderarbeiter. Guia schätzt, dass dem Fahrer aus Rumänien aufgrund von unzulässigen Abzügen noch etwa 4.000 Euro zustehen. Ein Einzelfall sei das nicht. "Wir haben immer wieder mit Paketfahrern zu tun, die bei Subunternehmen beschäftigt sind, die sich um den Lohn drücken", sagt sie. "Wer aus dem Ausland kommt und die Sprache nicht so gut kann, wird leicht Opfer solcher ausbeuterischen Verhältnisse. Damit kalkulieren die Firmen." [...] Solange es diese Unternehmerhaftung nicht gibt, glaubt Beraterin Guia, dürften die Arbeitsbedingungen in der Paketbranche auch durch Amazons Logistikdienst vor allem eines werden: schlechter. 

Lesen Sie den Artikel hier.

WDR Kurz-Reportage: "Obdachlose als Paket-Fahrer ausgenutzt?"

Angesichts der aktuellen akuten Probleme unter Paketzustellern, vorzugsweise Männer aus Osteuropa betreffend, fallen immer mehr Fälle von Ausbeutung in den Fokus der Öffentlichkeit.

Der WDR hat die Situation der Paketboten bei einigen Subunternehmern in Düsseldorf, mit dem Arbeit und Leben Projekt "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten" und der Organisation zur Unterstützung von Obdachlosen "Fiftyfifty", in der kurzen Reportage ''Obdachlose als Paket-Fahrer ausgenutzt?'' skizziert.

Die schlechten Bedingungen und Bezahlung führen zur Fortsetzung des menschenunwürdigen Zustandes der Betroffenen und erschweren selbst jede Möglichkeit sich überhaupt eine Wohnung leisten zu können. Sie schlafen bei Freunden oder im Auto, denn trotz der vielen Arbeitsstunden sind sie schlecht bezahlt.  Niedrige Selbst - Wertschätzung und Angst verhindern den Kampf für ihre Rechte.

Der Beitrag war im WDR, Lokalzeit aus Düsseldorf vom 16.11.2018, zu sehen.

Catalina Guia zum Projekt "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten"

Seit 2015 unterstützt das Projekt "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten" Arbeitnehmer*innen aus Osteuropa in arbeits- und sozialrechtlichen Fragen. Unser ehemaliger Freiwilliger, Jonas Brück, führte mit der Beraterin Catalina Guia ein Interview, in welchem sie aus ihren Erfahrungen berichtet und über politische Reformen wie die Entsenderichtlinie spricht.

Das Interview zum Nachlesen

Gewerkschaftliche Aufklärungsaktion an Raststätten in Siegburg

Mit einer Infoaktion für Faire Arbeit in der Transportbranche machten Gewerkschafter/innen aus dem DGB Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg, vom Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ von Arbeit und Leben DGB/VHS NRW e.V. und vom DGB-Projekt „Faire Mobilität" am Samstag, dem 15. September 2018, auf Fälle von Lohnbetrug in der LKW-Transportbranche aufmerksam. Opfer sind häufig Fahrer aus Osteuropa. Mehrsprachige Beratungsteams waren am Samstag an den Raststätten Siegburg Ost und West an der A3 im Einsatz, um über Arbeitsrecht zu informieren. Dabei wurden Fahrer in ihrer Muttersprache angesprochen, mit einem Pausensnack versorgt und mit Flyern über ihre Rechte in Deutschland informiert.

Lesen Sie die vollständige Pressemitteilung des DGB Köln-Bonn hier.

Infrastruktur für LKW-Fahrer fehlt

Gewerkschaftliche Aufklärungsaktion auf Autohof in Köln:

Mit einer Infoaktion für Faire Arbeit in der Transportbranche machten Gewerkschafter/innen aus dem DGB Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg, das Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ von Arbeit und Leben DGB/VHS NRW e.V. und das DGB-Projekt "Faire Mobilität" am Samstag, dem 17. Februar, auf Fälle von Lohnbetrug in der LKW-Transportbranche aufmerksam. Opfer sind häufig Fahrer aus Osteuropa. Mehrsprachige Beratungsteams waren am Samstag auf dem Autohof Eifeltor in Köln im Einsatz, um über Arbeitsrechte zu informieren. Dabei wurden Fahrer in ihrer Muttersprache angesprochen und mit Flyern über ihre Rechte in Deutschland informiert.

Die Aktion richtete sich an eine Gruppe von Beschäftigten, die oft um den Mindestlohn geprellt und im Krankheitsfall systematisch um einen Großteil der Lohnfortzahlung betrogen wird. Catalina Guia vom Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ gibt Einblicke in die arbeitsvertragliche Situation der Kraftfahrer: "In den Gesprächen mit den rumänischen Fahrern habe ich festgestellt, dass die Erbringung von europaweiten Leistungen oft auf der Grundlage eines rumänischen Arbeitsvertrags geschieht. In den Verträgen ist in der Regel ein Basisgehalt mit rumänischen Mindestlohn festgeschrieben. Die restliche Vergütung wird dann über vereinbarte Spesen geregelt. Diese stellen einen erheblichen Teil des Einkommens dar, der das Basisgehalt manchmal sogar verdoppelt. Die Unternehmen, an die geliefert wird, sitzen in unterschiedlichen Ländern wie Deutschland, Frankreich, Belgien oder den Niederlanden. Für einige Fahrer macht es daher keinen Sinn, einen deutschen Arbeitsvertrag abzuschließen, da sie das Land nur 2-3 Tage passieren – es ist dann nur Transitland.“

Doch es gibt zahlreiche Fälle, in denen ein deutscher Arbeitsvertrag Sinn macht. Catalina Guia erläutert: „Fahrer, die in Deutschland be- und entladen, haben Anrecht auf einen deutschen Vertrag. Sie erbringen ihre Arbeitsleitung innerhalb Deutschlands und müssen nach deutschem Mindestlohn vergütet werden.“

Die Gespräche während der Aufklärungsaktion haben auch verdeutlicht, dass die Gesetzeslage und die Realität weit auseinanderdriften. Judith Gövert, Gewerkschaftssekretärin des DGB Köln-Bonn erklärt: „Der EuGH urteilte Ende letzten Jahres, dass LKW-Fahrer die regelmäßige Ruhezeit nicht im Fahrzeug verbringen dürfen. Damit geht einher, dass die Speditionen dazu verpflichtet sind, die Ruhezeiten-Kosten zu übernehmen. Die Gespräche mit den Fahrern zeigten aber, dass das Urteil fernab der Realität ist.“ 

Damian Warias, Gewerkschaftssekretär der IG BAU, der vornehmlich mit den polnisch-sprachigen Fahrern in den Dialog trat, konstatiert: „Es mangelt für die Umsetzung des Urteils an der Infrastruktur in Deutschland: Die Raststätten und großen Parkplätze sind nicht mit ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten ausgestattet. Außerdem braucht es überwachte Parkplätze. Die Fahrer haben schlichtweg Angst um ihre Ladung.“ Ein Fahrer berichtete: „Ich transportiere aktuell Sicherheitsglas und Ersatzteile für einen großen Autokonzern. Es wurde in der Vergangenheit mehrmals in das Fahrerhaus und in den Anhänger eingebrochen.“

Warias ergänzt: „Die Fahrer sollen einerseits das Gesetz achten, auf der anderen Seite bleibt ihnen aber nichts anderes übrig, als ihre Ladung selbst zu überwachen. Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf: Wir brauchen mehr sichere Abstellplätze, warme und saubere Sanitätseinrichtungen sowie Aufenthaltsräume für die Fahrer. Eine Strafandrohung ist widersinnig, denn dem Lenker bleibt oft nichts anderes übrig, als in der Kabine zu übernachten. Hier ist die Politik gefordert und muss handeln.“

Quelle:

DGB Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg

Aktuelles & Interviews

"Pflegenotstand wird durch Ausbeutung kompensiert"

Ein Artikel zum Thema Pflegedienst mit Input aus dem Projekt

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„Serbischer Fahrer, österreichische Firma, ungarisches Kennzeichen“

Infoaktion für LKW-Fahrer in Dortmund, gemeinsam mit den Beraterinnen und Beratern von „Faire Mobilität“  


"Theaterstück „Gesellschaftsmodell Großbaustelle“

Ein Kooperation mit dem Projekt „Rimini-Protokoll“


"Ungerechtfertigte Kündigungen, ausstehende Löhne und prekäre Arbeitsbedingungen"

Interview mit der Beraterin Catalina Guia und dem Berater Dr. Alexandru Zidaru über die Arbeitnehmerfreizügigkeit für Osteuropäer


Fall des Monats

Auf der Seite landderfairenarbeit.nrw.de erscheinen unter der Rubrik „Fall des Monats“ Beispiele der Beratungsfälle des Projektes „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ von Arbeit und Leben NRW und des Projektes „Faire Mobilität“ vom DGB NRW.  

Berichte:

Logistikbranche: Polnische Arbeitnehmerin wehrt sich erfolgreich gegen fristlose Kündigung (15.03.2018)

Hotelreinigung - unbezahlte Mehrarbeit und fristlose Kündigung (30.01.2018)

Kranbesetzung in Düsseldorf: Rumänische Bauarbeiter erhalten jetzt ihr Geld! (22.12.2017)


Logistik-Branche: Rumänischer Fahrer wird um den Lohn betrogen! (09.08.2017)


LKW-Fahrer: Wegen Krankheit fristlos gekündigt (14.07.2017)


Zimmerreinigung in Luxushotels im Rheinland (01.06.2017)


Beispiele aus der Beratungsarbeit (26.04.2017)


 

 

 

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Zusätzliche Informationen

Unsere Bildungsreferenten helfen gerne

Beratungsbüro Düsseldorf/Dortmund

Catalina Guia

Consilier, Bildungsreferentin, Beratung in Rumänisch

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Fon: +49 (0)211 - 938 00 51
Fax: +49 (0)211 - 355 949 22

Stanimir Mihaylov

Bildungsreferent, Konsultant, Beratung in Bulgarisch

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Fon: +49 (0)211 - 938 00 53

Elena Strato

Bildungsreferentin, Consilier, Beratung in Rumänisch

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Fon: +49 (0)231 - 54 50 79 86
Fax: +49 (0)231 - 189 996 99

Pagonis Pagonakis

Bildungsreferent, Projektkoordinator, Beratung in Griechisch

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Fon: 0211 - 938 00 16
Fax: 0211 - 938 00 25