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WDR Kurz-Reportage: "Obdachlose als Paket-Fahrer ausgenutzt?"

Angesichts der aktuellen akuten Probleme unter Paketzustellern, vorzugsweise Männer aus Osteuropa betreffend, fallen immer mehr Fälle von Ausbeutung in den Fokus der Öffentlichkeit.

Der WDR hat die Situation der Paketboten bei einigen Subunternehmern in Düsseldorf, mit dem Arbeit und Leben Projekt "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten" und der Organisation zur Unterstützung von Obdachlosen "Fiftyfifty", in der kurzen Reportage ''Obdachlose als Paket-Fahrer ausgenutzt?'' skizziert.

Die schlechten Bedingungen und Bezahlung führen zur Fortsetzung des menschenunwürdigen Zustandes der Betroffenen und erschweren selbst jede Möglichkeit sich überhaupt eine Wohnung leisten zu können. Sie schlafen bei Freunden oder im Auto, denn trotz der vielen Arbeitsstunden sind sie schlecht bezahlt.  Niedrige Selbst - Wertschätzung und Angst verhindern den Kampf für ihre Rechte.

Der Beitrag war im WDR, Lokalzeit aus Düsseldorf vom 16.11.2018, zu sehen.

Catalina Guia zum Projekt "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten"

Seit 2015 unterstützt das Projekt "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten" Arbeitnehmer*innen aus Osteuropa in arbeits- und sozialrechtlichen Fragen. Unser ehemaliger Freiwilliger, Jonas Brück, führte mit der Beraterin Catalina Guia ein Interview, in welchem sie aus ihren Erfahrungen berichtet und über politische Reformen wie die Entsenderichtlinie spricht.

Das Interview zum Nachlesen

Gewerkschaftliche Aufklärungsaktion an Raststätten in Siegburg

Mit einer Infoaktion für Faire Arbeit in der Transportbranche machten Gewerkschafter/innen aus dem DGB Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg, vom Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ von Arbeit und Leben DGB/VHS NRW e.V. und vom DGB-Projekt „Faire Mobilität" am Samstag, dem 15. September 2018, auf Fälle von Lohnbetrug in der LKW-Transportbranche aufmerksam. Opfer sind häufig Fahrer aus Osteuropa. Mehrsprachige Beratungsteams waren am Samstag an den Raststätten Siegburg Ost und West an der A3 im Einsatz, um über Arbeitsrecht zu informieren. Dabei wurden Fahrer in ihrer Muttersprache angesprochen, mit einem Pausensnack versorgt und mit Flyern über ihre Rechte in Deutschland informiert.

Lesen Sie die vollständige Pressemitteilung des DGB Köln-Bonn hier.

Infrastruktur für LKW-Fahrer fehlt

Gewerkschaftliche Aufklärungsaktion auf Autohof in Köln:

Mit einer Infoaktion für Faire Arbeit in der Transportbranche machten Gewerkschafter/innen aus dem DGB Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg, das Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ von Arbeit und Leben DGB/VHS NRW e.V. und das DGB-Projekt "Faire Mobilität" am Samstag, dem 17. Februar, auf Fälle von Lohnbetrug in der LKW-Transportbranche aufmerksam. Opfer sind häufig Fahrer aus Osteuropa. Mehrsprachige Beratungsteams waren am Samstag auf dem Autohof Eifeltor in Köln im Einsatz, um über Arbeitsrechte zu informieren. Dabei wurden Fahrer in ihrer Muttersprache angesprochen und mit Flyern über ihre Rechte in Deutschland informiert.

Die Aktion richtete sich an eine Gruppe von Beschäftigten, die oft um den Mindestlohn geprellt und im Krankheitsfall systematisch um einen Großteil der Lohnfortzahlung betrogen wird. Catalina Guia vom Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ gibt Einblicke in die arbeitsvertragliche Situation der Kraftfahrer: "In den Gesprächen mit den rumänischen Fahrern habe ich festgestellt, dass die Erbringung von europaweiten Leistungen oft auf der Grundlage eines rumänischen Arbeitsvertrags geschieht. In den Verträgen ist in der Regel ein Basisgehalt mit rumänischen Mindestlohn festgeschrieben. Die restliche Vergütung wird dann über vereinbarte Spesen geregelt. Diese stellen einen erheblichen Teil des Einkommens dar, der das Basisgehalt manchmal sogar verdoppelt. Die Unternehmen, an die geliefert wird, sitzen in unterschiedlichen Ländern wie Deutschland, Frankreich, Belgien oder den Niederlanden. Für einige Fahrer macht es daher keinen Sinn, einen deutschen Arbeitsvertrag abzuschließen, da sie das Land nur 2-3 Tage passieren – es ist dann nur Transitland.“

Doch es gibt zahlreiche Fälle, in denen ein deutscher Arbeitsvertrag Sinn macht. Catalina Guia erläutert: „Fahrer, die in Deutschland be- und entladen, haben Anrecht auf einen deutschen Vertrag. Sie erbringen ihre Arbeitsleitung innerhalb Deutschlands und müssen nach deutschem Mindestlohn vergütet werden.“

Die Gespräche während der Aufklärungsaktion haben auch verdeutlicht, dass die Gesetzeslage und die Realität weit auseinanderdriften. Judith Gövert, Gewerkschaftssekretärin des DGB Köln-Bonn erklärt: „Der EuGH urteilte Ende letzten Jahres, dass LKW-Fahrer die regelmäßige Ruhezeit nicht im Fahrzeug verbringen dürfen. Damit geht einher, dass die Speditionen dazu verpflichtet sind, die Ruhezeiten-Kosten zu übernehmen. Die Gespräche mit den Fahrern zeigten aber, dass das Urteil fernab der Realität ist.“ 

Damian Warias, Gewerkschaftssekretär der IG BAU, der vornehmlich mit den polnisch-sprachigen Fahrern in den Dialog trat, konstatiert: „Es mangelt für die Umsetzung des Urteils an der Infrastruktur in Deutschland: Die Raststätten und großen Parkplätze sind nicht mit ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten ausgestattet. Außerdem braucht es überwachte Parkplätze. Die Fahrer haben schlichtweg Angst um ihre Ladung.“ Ein Fahrer berichtete: „Ich transportiere aktuell Sicherheitsglas und Ersatzteile für einen großen Autokonzern. Es wurde in der Vergangenheit mehrmals in das Fahrerhaus und in den Anhänger eingebrochen.“

Warias ergänzt: „Die Fahrer sollen einerseits das Gesetz achten, auf der anderen Seite bleibt ihnen aber nichts anderes übrig, als ihre Ladung selbst zu überwachen. Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf: Wir brauchen mehr sichere Abstellplätze, warme und saubere Sanitätseinrichtungen sowie Aufenthaltsräume für die Fahrer. Eine Strafandrohung ist widersinnig, denn dem Lenker bleibt oft nichts anderes übrig, als in der Kabine zu übernachten. Hier ist die Politik gefordert und muss handeln.“

Quelle:

DGB Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg

Aktuelles & Interviews

„Serbischer Fahrer, österreichische Firma, ungarisches Kennzeichen“

Infoaktion für LKW-Fahrer in Dortmund, gemeinsam mit den Beraterinnen und Beratern von „Faire Mobilität“  


Theaterstück „Gesellschaftsmodell Großbaustelle“

Ein Kooperation mit dem Projekt „Rimini-Protokoll“


Ungerechtfertigte Kündigungen, ausstehende Löhne und prekäre Arbeitsbedingungen

Interview mit der Beraterin Catalina Guia und dem Berater Dr. Alexandru Zidaru über die Arbeitnehmerfreizügigkeit für Osteuropäer


Fall des Monats

Auf der Seite landderfairenarbeit.nrw.de erscheinen unter der Rubrik „Fall des Monats“ Beispiele der Beratungsfälle des Projektes „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ von Arbeit und Leben NRW und des Projektes „Faire Mobilität“ vom DGB NRW.  

Berichte:

Logistikbranche: Polnische Arbeitnehmerin wehrt sich erfolgreich gegen fristlose Kündigung (15.03.2018)

Hotelreinigung - unbezahlte Mehrarbeit und fristlose Kündigung (30.01.2018)

Kranbesetzung in Düsseldorf: Rumänische Bauarbeiter erhalten jetzt ihr Geld! (22.12.2017)


Logistik-Branche: Rumänischer Fahrer wird um den Lohn betrogen! (09.08.2017)


LKW-Fahrer: Wegen Krankheit fristlos gekündigt (14.07.2017)


Zimmerreinigung in Luxushotels im Rheinland (01.06.2017)


Beispiele aus der Beratungsarbeit (26.04.2017)


 

 

 

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Zusätzliche Informationen

Unsere Bildungsreferenten helfen gerne

Beratungsbüro Düsseldorf/Dortmund

Catalina Guia

Consilier, Bildungsreferentin, Beratung in Rumänisch

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Stanimir Mihaylov

Bildungsreferent, Konsultant

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