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Arbeitsausbeutung auf Erdbeerfeldern – Alles nur Einzelfälle?

Die Erdbeerernte ist im vollen Gange: Doch die Freude über die süßen Früchte wurde in den vergangenen Tagen durch Berichte über ausgebeutete marokkanische Erntehelfer*innen auf Groß-Plantagen in Spanien getrübt. Und wie ist die Situation auf deutschen Feldern?

Radio BREMEN ZWEI hat mit unserem Projektkoordinator über harte Realitäten hinter den schmucken kleinen Verkaufsständen gesprochen - und warum es so schwierig ist, gegen die Ausbeutung von Saisonarbeiter*innen in der Landwirtschaft vorzugehen.

Zum Interview geht es hier.

Alte Zustände trotz gesetzlicher Verbesserungen in der Fleischindustrie?

Informationsaktion an Unterkünften wirft viele Fragen auf

 

Um uns ein eigenes Bild von den derzeitigen Lebens- und Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in der Fleischindustrie zu verschaffen, waren wir im Kreis Gütersloh unterwegs und haben die Menschen an ihren Unterkünften aufgesucht.

Gemeinsam mit der NGG, Region Ostwestfalen-Lippe, sowie Berater*innen und Campaigner*innen von Faire Mobilität haben wir die Arbeitnehmer*innen über ihre Rechte und aktuelle Entwicklungen in der Branche informiert.  Die zentralen Themen der Gespräche mit den Menschen aus vor allem osteuropäischen Herkunftsländern waren ihre Erfahrungen mit dem Arbeitsschutzkontrollgesetz, das seit Anfang des Jahres gilt, sowie der neue Mindestlohn in der Fleischindustrie.

Mit dem neuen Mindestlohntarifvertrag gilt ab dem Zeitpunkt der Allgemeinverbindlichkeit ein branchenweiter Mindestlohn von 10,80 Euro pro Stunde. Dieser soll in folgenden Stufen steigen:

    10,80 Euro mit Allgemeinverbindlichkeitserklärung, voraussichtlich ab dem 1. August 2021

    11,00 Euro ab 1. Januar 2022

    11,50 Euro ab 1. Dezember 2022

    12,30 Euro ab 1. Dezember 2023

Die Laufzeit des Vertrags endet am 30.11.2024.

Die Beschäftigten freuten sich einerseits auf die künftige bessere Bezahlung, andererseits zeigten sie sich immer noch besorgt über den rauen Ton und die Behandlung durch Vorgesetzte: ein Schock insbesondere für neu zugewanderte Arbeiter*innen, die mit ganz anderen Hoffnungen und Vorstellungen nach Deutschland gekommen sind. Auch nach der direkten Übernahme durch die Fleischbetriebe haben es viele der Beschäftigten mit denselben Vorarbeitern zu tun. Es herrschten teilweise die alten Methoden und, so erzählen sie, man versuche mit Angst und Druck für Disziplin zu sorgen, was häufig zu Konflikten führe und auch ein Grund für die hohe Fluktuation sei. Es gab jedoch auch Meinungen, dass nach der Übernahme durch die Fleischbetriebe die Behandlung durch manche Vorgesetzte und auch die Bezahlung besser geworden seien.

Ein weiteres wichtiges Thema bei unserer Aktion waren die Unterkünfte. Obwohl bereits erste Renovierungen vorgenommen wurden, sind die Wohnungen bzw. deren Zustand weiterhin oft problematisch. Unter Einhaltung der Coronaschutz-Regeln haben wir von Schimmel befallene Zimmer gesehen, in denen nicht-isolierte Kabel aus der Wand hingen. Die Bewohner beklagten sich darüber, dass sie für so ein nicht renoviertes Zimmer genauso viel bezahlen würden, wie diejenigen, die ein renoviertes Zimmer hätten, in deren Genuss aber nur einige wenige Vorgesetzte kämen. Außerdem war die Rede von Ungezieferbefall und Wohnungs-Belegungen mit bis zu 8 Personen. An einer der Adressen gab es nur einen Briefkasten und den Schlüssel dazu hätte nach den Schilderungen der Beschäftigten nur eine vorgesetzte Person, was die Postzustellung erschwere und in die Privatsphäre eingreife. Alles ausreichend Gründe für weitere Aktionen vor Ort, die bald folgen werden…

Hier finden sie Bilder zur Aktion.

„Gemeinsam für Verbesserungen kämpfen“

Die RHEINISCHE POST beschäftigt sich mit der prekären Situation der Erntehelfer*innen auf unseren Feldern. Welchen Härten sind die Menschen bei der Arbeit und Unterbringung ausgesetzt? Was bedeutet die Ausweitung der sozialversicherungsfreien Beschäftigung auf 102 Tage nun konkret? Und können wir noch ruhigen Gewissens Spargel oder Erdbeeren kaufen?

 

Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie im Interview mit unserem Projektkoordinator hier.

Mangelhafter Schutz für Erntehelfer*innen?

Unzureichender Infektionsschutz, Unterbezahlung, restriktive Arbeitsbedingungen – so erlebten viele Erntehelfer*innen die Landwirtschaftssaison 2020. Und jetzt? Wie ist die Situation ein Jahr später? Das ARD-Wirtschaftsmagazin Plusminus hat nachgefragt und für seinen Bericht auch Fälle aus unserer Beratungspraxis aufgegriffen. Zwei Saisonarbeiter aus Rumänien klagten u.a. über unwürdige Wohnbedingungen, einbehaltene Ausweisedokumente und nicht ausgezahlte Löhne. Zusammen mit dem zuständigen IG BAU-Gewerkschaftssekretär konfrontierten wir den Landwirt mit den Forderungen…

 

Zum Beitrag geht es hier.

Krankenversicherungsschutz für Erntehelfer*innen auf freiwilliger Basis?

Das Bundeskabinett hat beschlossen, dass Erntehelfer*innen bis Ende Oktober 102 Tage sozialversicherungsfrei arbeiten dürfen. Im zweiten Pandemiejahr mit zusätzlichen, gefährlicheren Virusmutationen ist eine fehlende Krankenversicherungspflicht für Saisonarbeiter*innen in der Landwirtschaft höchst problematisch.

Eine unserer Berater*innen hat die Situation der Erntehelfer*innen und die Auswirkungen des fehlenden Krankenversicherungsschutzes im Podcast „Zurück zum Thema“ beim Radiosender Detektor FM eingeschätzt.

Zum Podcast geht es hier.

„Sie riskieren alles, damit wir Spargel bekommen“ - Saisonarbeiter*innen in der Coronakrise

Pünktlich zur Spargelernte steigt die Zahl der Erntehelfer*innen in Deutschland – und damit auch die Gefahr von Corona-Infektionen: Der SPIEGEL berichtet über komplizierte Regelwerke, unverbindliche Empfehlungen und mangelndem Schutz für die Menschen, der das Risiko von Corona-Infektionen größer werden lässt. Im Bericht findet sich auch eine Einschätzung unseres Projektkoordinators zur diesjährigen Situation der Saisonarbeiter*innen in der Landwirtschaft.

Den Artikel finden Sie hier.

Die polnische Redaktion der Deutschen Welle sowie die Gewerkschaftszeitung Tygodnik Solidarność greifen das Thema ebenfalls auf. Zu den Artikeln geht es hier:

https://www.dw.com/pl/der-spiegel-pracownicy-sezonowi-zagro%C5%BCeni-covidem-19/a-57096625

https://www.tysol.pl/a63705-W-Niemczech-znowu-nie-ma-komu-zbierac-szparagow

Vernetzte Hilfe für Saisonarbeiter*innen

Das Magazin Mitbestimmung der Hans Böckler Stiftung berichtet über die Arbeit unseres Projektes am Beispiel eines Beratungsfalles aus der Landwirtschaft. Eine unserer Beraterinnen und unser Projektkoordinator verdeutlichen die prekäre Situation der Erntehelfer*innen und Möglichkeiten der Unterstützung, auch im neuen gemeinsamen Netzwerk mit den Beratungsstellen Arbeit. Zu dem Thema gibt es noch eine Aktualisierung: Das Bundeskabinett hat nun beschlossen, dass Saisonarbeiter*innen in der Landwirtschaft 102 statt 70 Tage sozialversicherungsfrei beschäftigt werden können. Die Beratung im Bundestag soll noch im April stattfinden.

Zum Artikel in der „Mitbestimmung“ gelangen Sie hier.

„Weiter so wie bisher ist keine Option“ - Nachhaltige Landwirtschaft

Die Mitgliederzeitung „ver.di publik“ beschäftigt sich in ihrer aktuellen Ausgabe ausführlich mit dem Thema Nachhaltige Landwirtschaft. Darin auch eine Einschätzung unseres Projektkoordinators zur Situation der Saisonarbeiter*innen auf deutschen Feldern. Gibt es für sie nun auch bessere Arbeitsbedingungen, nach allem was man aus den Folgen der Corona-Pandemie in der Fleischindustrie gelernt hat?

Zum Artikel geht es hier.

Zur gesamten Spezial-Beilage Nachhaltigkeit gelangt man hier.

Bittere Ernte – Ausbeutung von Feldarbeiter*innen

Die taz macht ihre Ausgabe v. 22.03.2021 mit einem Fall aus unserer Beratungspraxis auf. Die oft prekären Arbeits- und Wohnverhältnisse der Saisonarbeiter*innen auf deutschen Feldern und im Garten- und Landschaftsbau rücken wieder zunehmend in den öffentlichen Fokus. Schon jetzt stellen wir wieder eklatante Verstöße gegen das Arbeitsschutz- und Mindestlohngesetz sowie gegen die Corona-Schutzverordnung fest.

Zu Berichterstattung und Kommentar der taz geht es hier:

Titelseite

Bericht

Kommentar

Erst Auflösungsvertrag, dann Obdachlosigkeit- Fall des Monats März 2021

Zwei bei einem Zeitarbeitsunternehmen beschäftigte Frauen aus Rumänien und Bulgarien wendeten sich an unsere Beratungsstelle, weil sie von akuter Obdachlosigkeit bedroht waren. Hintergrund: Sie hatten leichtfertig einen Auflösungsvertrag unterschrieben und sollten auch ihre Unterkunft räumen, die sie über das Zeitarbeitsunternehmen bekommen hatten. Um schnell Hilfe zu organisieren, setzten wir uns mit der Beratungsstelle Arbeit vor Ort in Verbindung. Der folgende aktuelle Fall aus unserer Beratungspraxis verdeutlicht, wie die gemeinsame Arbeit im NRW-Netzwerk gegen Arbeitsausbeutung ablaufen kann. Mit den Beratungsstellen Arbeit (BSA) führt das Land die Leistungen der bisherigen Erwerbslosenberatungsstellen fort und setzt mit dem Thema Arbeitsausbeutung einen neuen weiteren Schwerpunkt. Die ESF-geförderten Beratungsstellen Arbeit sind zugleich ein wichtiger Baustein beim Aufbau eines Netzwerks gegen Arbeitsausbeutung. Nähere Informationen finden sich hier: https://www.mags.nrw/beratungsstellen-arbeit-auftakt

Mit dem Fall des Monats werden Fälle aus der Beratungspraxis beispielhaft dargestellt. Die Fälle werden unter www.gute-arbeitswelt.nrw im Auftrag des Ministeriums für Arbeit Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen von der G.I.B. NRW veröffentlicht.

Der Fall des Monats März 2021 ist hier zu finden: https://www.gute-arbeitswelt.nrw/faire-beschaeftigung/beratungsangebote-fuer-beschaeftigte/faelle-aus-der-beratungspraxis/erst-aufloesungsvertrag-dann-obdachlosigkeit

Übernahme von Werksvertragsarbeiter*innen bei Westfleisch – Ist jetzt alles besser?

Online-Beratungsveranstaltung in rumänischer Sprache

Ist mit dem Verbot der Werkverträge im Kerngeschäft der Fleischindustrie nun alles besser? Diese Frage stellt sich oft, die Antwort aber können nur die Betroffenen geben. Bei Westfleisch bestehen schon seit Jahren Tarifverträge mit der Gewerkschaft NGG, seit der Übernahme der süd-osteuropäischen Beschäftigten sind auch sie direkt davon betroffen. Darum haben wir am 03. März 2021, zusammen mit Faire Mobilität und der Gewerkschaft NGG eine spezielle Online-Info-Veranstaltung für Beschäftigte bei Westfleisch in NRW angeboten.

Die Fragen rund um das Thema waren zahlreich: Sind neue Arbeitsverträge notwendig? Wird eine neue Probezeit vereinbart? Was passiert mit Restansprüchen aus dem Arbeitsverhältnis mit dem Subunternehmer? Wie sieht es mit der Unterbringung aus?

Teils herrschte Unzufriedenheit, weil es Kommunikationsprobleme gab und die Beschäftigten nicht richtig verstanden haben, unter welchen Umständen der Betriebsübergang erfolgt ist. Teils wurden Mitarbeiter*innen falsch eingruppiert oder manche Arbeitsbedingungen sind sogar schlechter geworden.

Die Veranstaltung in rumänischer Sprache wurde live über Facebook übertragen und ist bei den Kolleg*innen sehr gut angekommen. Sie haben sich aktiv beteiligt und viele Fragen gestellt, das aufgezeichnete Video wurde bereits mehrere tausend Male aufgerufen.

Hier geht es zur Info-Veranstaltung.

Arbeitsausbeutung in der Baumschule - Fall des Monats Februar 2021

Ab März startet die Spargelsaison und damit rücken die oft prekären Arbeits- und Wohnverhältnisse der Saisonarbeiter*innen auf deutschen Feldern und im Garten- und Landschaftsbau wieder in den breiten öffentlichen Fokus. Und es scheint sich trotz der Corona-Pandemie, die im vergangen Jahr für große Schlagzeilen auch in dieser Branche gesorgt hatte, nicht viel verbessert zu haben: Schon jetzt stellen wir wieder eklatante Verstöße gegen das Arbeitsschutz- und Mindestlohngesetz sowie gegen die Corona-Verordnung fest. Der folgende aktuelle Fall aus unserer Beratungspraxis verdeutlicht, wie dringend Verbesserungen in der Saisonarbeits-Branche notwendig sind.

Mit dem Fall des Monats werden Fälle aus der Beratungspraxis beispielhaft dargestellt. Die Fälle werden unter www.gute-arbeitswelt.nrw im Auftrag des Ministeriums für Arbeit Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen von der G.I.B. NRW veröffentlicht.

Der Fall des Monats Februar 2021 ist hier zu finden: https://www.gute-arbeitswelt.nrw/aktuelles-downloads/aktuelles/arbeitsausbeutung-in-der-baumschule

Es hat sich nur auf dem Papier etwas verändert

Für die Beschäftigten in der Fleischindustrie galt das neue „Gesetz zur Verbesserung des Vollzugs im Arbeitsschutz“ (Arbeitsschutzkontrollgesetz) als der lang ersehnte Wendepunkt in Richtung bessere Arbeitsbedingungen und Beseitigung der Missstände. Dass die neuen Regeln ein enorm wichtiger Schritt in die richtige Richtung sind, ist aus unserer Sicht unumstritten, denn wir erwarten durch das Verbot der Werkverträge und Leiharbeit im Kerngeschäft auf Dauer eine maßgebliche Einschränkung der seit langer Zeit üblichen Ausbeutung der Arbeitnehmer*innen. Doch wie nehmen die Menschen in der Fleischindustrie die neuen Bedingungen an ihrem Arbeitsplatz wahr? Haben sie sich zu schnelle und zu spürbare Verbesserungen versprochen?

Einer unserer Berater gibt im Rahmen des Deutschlandfunk-Beitrags „Fleischarbeiter trotz neuem Gesetz unzufrieden“ Einblicke in die Erwartungen und Hoffnungen sowie die tatsächliche Lebens- und Arbeitsrealität der Beschäftigten, nachdem sie nun von den Fleischbetrieben direkt übernommen wurde.

Hier geht es zum ganzen Artikel.

 

Hier geht es direkt zum Interview.

Ein Gesetz ist keine Garantie

Das neue Arbeitsschutzkontrollgesetz in der Fleischindustrie ist am 01.01.2021 in Kraft getreten. Unsere Beratungsstellen begleiten seit November 2020 die Übernahme vieler ehemaliger Werkvertragsbeschäftigter aus südosteuropäischen Herkunftsländern. Der Übernahmeprozess wirft viele Fragen auf: Was ändert sich genau und sind positive Veränderungen in der Personalführung, in den Arbeitsbedingungen oder bei der Unterbringung schon spürbar?   

Wir glauben, die Grundlage für Verbesserungen wurde durch das Gesetz geschaffen, jedoch muss man jetzt nicht weniger aufmerksam die Situation in der Fleischindustrie beobachten. Darüber hinaus sind engmaschige Kontrollen, ob die neuen gesetzlichen Vorschriften wirklich umfassend im Arbeitsalltag umgesetzt werden, nötiger denn je.

In der Westfälischen Post und in der WAZ äußerte sich eine unserer Beraterin dazu:

https://www.wp.de/region/sauer-und-siegerland/fleischbranche-zweifel-an-wirksamkeit-des-neuen-gesetzes-id231212740.html

BR-Hörfunk-Interview

Um Mängel unter anderem in der Fleischindustrie zu beheben, hatte die Bundesregierung den Entwurf eines Arbeitsschutzkontrollgesetzes auf den Weg gebracht. Der Bundestag hat das Gesetz nun beschlossen. In der Fleischindustrie sollen damit Werkverträge und Leiharbeit im Kerngeschäft verboten werden. Werden damit aber die Missstände behoben werden? In einem Interview im Radiosender Bayern 2 mit einem unserer Berater am 16. Dezember 2020 wurde auf die Probleme und die Nöte der Arbeitnehmer*innen eingegangen und die Wichtigkeit der neuen Regelungen analysiert. Neben den seit Jahren bekannten Missständen wie nicht ausgezahlte Löhne, nicht vergütete Überstunden, fehlende Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder während des Urlaubs, unrechtmäßige Kündigungen und den generell schlechten Arbeitsbedingungen, wurde die enorme Abhängigkeit der Beschäftigten von den Werkvertragsunternehmen besonders hervorgehoben. Die Auswirkungen der neuen Gesetzeslage auf den Alltag in der Fleischindustrie ab dem 1. Januar 2021 bleibt abzuwarten: Wir hoffen aber, dass durch die direkten Anstellungen in den Fleischbetrieben, die neu eingeführte Kontrolldichte, höhere Bußgelder und Mindeststandards für Unterkünfte, die Beschäftigten eine deutliche Verbesserung ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen in Deutschland spüren werden.

Letzte Aktion in der Fleischindustrie für 2020 in Finnentrop

Unsere letzte Aktion in diesem für die deutsche Fleischindustrie so wichtigem Jahr 2020 hatten wir am 11. Dezember in Finnentrop im Sauerland. Bei Metten Fleischwaren haben wir gemeinsam mit NGG-Region Südwestfalen und mit Campaignerinnen der Beratungsstelle Faire Mobilität Informationsstände eingerichtet und uns bei niedriger Dezembertemperatur für die Informationsaktion für die Beschäftigten vorbereitet.

Einen ausführlichen Bericht gibt es hier.

Doppelte Aktion bei Tönnies

Auch zu Beginn der kalten Jahreszeit standen wir nicht still und machten uns auf den Weg nach Rheda-Wiedenbrück. Dort redeten wir mit mehreren hundert Angestellten von Tönnies. Wir beantworteten ihre Fragen, bezüglich der bald geltenden Neuregelungen in der Fleischindustrie.

Einen ausführlichen Bericht gibt es hier.

Ein Foto gibt es hier.

Gleich drei neue Westfleisch Aktionen

In drei Westfleisch Werken, Lübbecke, Hamm und Coesfeld, setzten wir unsere Aktionsreihe an großen Fleischbetrieben in NRW fort. Ziel war wieder der Kontakt mit den Angestellten, um ihre Sicht auf die aktuellen Entwicklungen in der Fleischindustrie zu erfahren. Natürlich hatten wir auch Infomaterialien dabei.

Ausführlicher Bericht zur Aktion in Lübbecke

Bilder zur Aktion in Lübbecke

Ausführlicher Bericht zur Aktion in Hamm

Bilder zur Aktion in Hamm

Ausführlicher Bericht zur Aktion in Coesfeld

Bild zur Aktion in Coesfeld

Stellungnahme im Deutschlandfunk

Der Bundesarbeitsminister und die Bundesregierung sind fest entschlossen, die Werkverträge in der Fleischindustrie ab dem 1. Januar 2021 zu verbieten und die organisierte Verantwortungslosigkeit und die Arbeitsausbeutung in dieser Branche zu beenden. Auch wenn dieser Schritt in die richtige Richtung Grund zu vorsichtigem Optimismus gibt, stellen sich viele Beschäftigte aus anderen Branchen die berechtigte Frage, ob sie in ihrem beruflichen Alltag auch so eine – ja fast revolutionäre – Veränderung erleben würden. Denn allzu oft berichten uns Arbeitnehmer*innen über Subunternehmer bzw. Subunternehmerketten, die eine Arbeitsausbeutung des schwächsten Glieds in der Kette ermöglichen und die Schutzmöglichkeiten der Arbeitskräfte stark beeinträchtigen. Einer unserer Berater im Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ und ein Ratsuchender wurden im Rahmen der Deutschlandfunk-Sendung „Werkverträge verboten, Ausbeutung gestoppt?“ um eine Stellungnahme gebeten.

Die Audidatei finden sie hier.

Den ganzen Artikel finden sie hier.

Erneute Aktion für Beschäftigte in Schlachthöfen

Ende September sprachen wir erneut gezielt Beschäftigte an, die in Bochum und Oer-Erkenschwick arbeiteten. Wir informierten sie über ihre Rechtslage und gaben ihnen verschiedene Hinweise, wie sie sich gegen die katastrophale Behandlung am Arbeitsplatz schützen können.

Einen Bericht zur Aktion in Bochum gibt es hier.

Einen Bericht zur Aktion in Oer-Erkenschwick gibt es hier.

Initiative Faire Landarbeit

Die Initiative Faire Landarbeit wurde von einem Bündnis, bestehend u.A. aus der Industriegewerkschaft BauenAgrar-Umwelt (IG BAU), den DBG-Beratungsstellen für Arbeitsrecht von Faire Mobilität und Arbeit und Leben, in 2016 umgesetzt. Unter das Thema landwirtschaftliche Saisonarbeit finden mehrere Aktionen zur Information der Saisonarbeitskräfte stat. Öffentlichkeits- und Recherchearbeit, sowie Rechtsberatung und Unterstützung bei arbeitsrechtlichen Problemen gehören dazu. Im Rahmen des jährlichen Berichtes, werden mehrere Kooperationspartnern und Akteure mit eigener Facherfahrung miteinbezogen. So einen Input seitens des Projekts ‚ Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten‘ befindet sich in dem Bericht der Initiative Faire Landarbeit für das Jahr 2020.

Einen ausführlichen Bericht gibt es hier.

LKW Aktion vom 21.09.2020

Um ausländische Kraftfahrer über ihre Rechte aufzuklären, haben wir an einer internationalen Informationsaktion teilgenommen. Wir sprachen beim IKEA Logistik Zentrum in Dortmund mit LKW Fahren über den deutschen Mindestlohn, die erlaubten Lenkzeiten und das neue Mobilitätspaket. Einen ausführlicheren Bericht gibt es hier.

Anhörung im Landtag

Auch wir waren dabei, als am 23.09.2020 im Landtag NRW eine Anhörung zur Situation in den Schlachthöfen stattfand. Kernthemen von uns waren natürlich die Unterbringung der Arbeitnehmer*innen und die Probleme mit Werkverträgen und der generellen Art der Beschäftigung, die in der Fleischindustrie vorherrschen.

Die ganze Stellungnahme gibt es hier

Erneut Info-Aktionen für Werkvertragsarbeitende - Bericht von Gute Arbeitswelt NRW

Die Informationsaktionen vor Ort von unseren „Berater*innen im Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ wurden auch im September fortgesetzt. Gemeinsam mit langjährigen Kooperationspartnern wurden osteuropäische Arbeitnehmer*innen im Kreis Gütersloh vor Werkstoren oder vor der Unterkunft in der Arbeitersiedlung angesprochen, beraten und mit Informationsmaterialien versorgt. Mehr auf Gute Arbeitswelt NRW.

Nie mehr zu Tönnies - Artikel im Publik Forum

 

Die Fleischindustrie, die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen und die Schicksale der Arbeitnehmer*innen bleiben weiterhin im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Das Ziel der Beschäftigten aus Osteuropa auf einem Arbeitsmarkt fernab der Heimat nach einer fairen Arbeit zu suchen und somit ihre Familien zu ernähren stößt leider oft auf Arbeitgeber*innen, die die Herkunft der Zugewanderten und die Situation mit ihren fehlenden Sprach- und Arbeitsrechtskenntnissen gnadenlos ausnutzen. Einer unserer Berater aus dem Projekt "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten"  hat den rauen Alltag in der Fleischbranche kommentiert.

 

Informationsaktion für Werkvertragsarbeitende – Bericht von Gute Arbeitswelt NRW

Durch das Verbot der Werkverträge in der Fleischindustrie wurde zwar vielen Arbeitnehmer*innen geholfen, einige waren aber unsicher, was das für sie in Zukunft bedeutet. Um ihnen diese Ängste zu nehmen haben unsere Berater*innen von „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ mit ihnen gesprochen. Gute Arbeitswelt NRW hat darüber berichtet.

Schattenwelten: Wie Arbeiter aus Osteuropa mit Werkverträgen ausgebeutet werden - Beitrag ARD Monitor

Werkverträge können dazu genutzt werden temporär auftretende Produktionsspitzen abzufedern, sie geben Unternehmen die dafür benötigte Flexibilität. Die Realität zeigt aber, dass Werkverträge insbesondere im Baugewerbe, der Fleichindustrie oder Landwirtschaft häufig missbraucht werden: In Verbindung mit einem undurchsichtigen Geflecht von Subunternehmen dienen sie der Ausbeutung von Arbeitskräften, häufig stammen diese aus Osteuropa. In einem Beitrag von Monitor in der ARD wurde das System dahinter genauer beleutet, eine unserer Beraterinnen hat dafür Einblicke in die Erfahrungen aus der Beratungsarbeit gegeben.

Der Beitrag "Schattenwelten: Wie Arbeiter aus Osteuropa mit Werkverträgen ausgebeutet werden" wurde am 30. Juli 2020 in der ARD-Sendung Monitor ausgestrahlt.

 

 

Arbeitsbedingungen von Erntehelfer*innen im Fokus - Stellungnahme für dpa-Mitteilung

Nach Corona-Ausbrüchen in landwirtschaftlichen Betrieben in unterschiedlichen Bundesländern stehen die Arbeits- und Unterbringungsbedingungen dort im Fokus. Für eine Mitteilung der dpa hat eine unserer Beraterinnen eine Stellungnahme zur aktuellen Lage abgegeben und unterschiedliche Vorgänge kommentiert.

Die dpa-Mitteilung wurde unter anderem in Beiträgen der Welt, der Westfälischen Nachrichten und der Aachener Zeitung aufgegriffen.

Beschäftigungsbedingungen in der Lebensmittelindustrie - Interview mit dem SWR2

Durch die zahlreichen Fälle von Corona-Infektionen in der Fleischindustrie und der Landwirtschaft stehen die dortigen Beschäftigungsbedingungen aktuell stark im Fokus. In einem Interview mit dem SWR2 hat eine unserer Beraterinnen darüber berichtet was die aktuelle Situation für die Beschäftigten und die Betriebe bedeutet.

Der Beitrag wurde als Teil der SWR2-Sendung Aktuell am 28. Juli 2020 (Minuten 00:30 bis 06:45) ausgestrahlt.

Kein Abstand, nirgends - Bericht der Süddeutschen Zeitung über Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft

Was haben die großen Fleischbetriebe mit Obsthöfen gemeinsam? Diese Frage stellte sich insbesondere vor dem Hintergrund der steigenden Zahlen von Corona-Fällen in beiden Branchen. Die Antwort: Beide beschäftigen Arbeitnehmer*innen aus Südosteuropa unter preköären Bedingungen. Dazu gehören auch überbelegte und überteuerte Unterkünfte, unzureichender Arbeitsschutz und somit auch zur Vorbeugung von Infektionen mit Corona. Eine unserer Beraterinnen hat in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung die aktuell laufenden Verhandlungen zu einem neuen Arbeitsschutzgesetz des Bundeskabinetts kommentiert.

Der Beitrag ist unter dem Titel "Kein Abstand, nirgends" am 27. Juli 2020 in der Süddeutschen Zeitung erschienen.

Ausgenommen – Menschenrechte in der Fleischindustrie - Aufzeichnung einer Panel-Diskussion der Universität Münster

Nach dem neuesten Corona-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb der Firma Tönnies flammt die Diskussion über Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie neu auf. Im Zentrum der Kritik stehen die Verletzung von Arbeitsschutzstandards, ausbeuterische Arbeitsbedingungen, aber auch die menschenunwürdige Unterbringung der Arbeiter*innen. Der jüngste Corona-Ausbruch in Gütersloh ist wie ein Brennglas für diese Problematiken in der Fleischindustrie. Die Diskussion und das Wissen um die Missstände sind nicht neu, aufgrund der aktuellen Situation erfahren sie aber eine Dynamik, die in der Vergangenheit fehlte. Die Universität Münstter hat am 09. Juli 2020 deshalb eine Panel-Diskussion organsiert, in deren Mittelpunkt die Frage stand, ob die aktuelle Krise eine Gelegenheit bietet, Menschenrechtsstandards nicht nur in Lieferketten, sondern auch in deutschen Betrieben durchzusetzen? Eine unserer Beraterinnen teilte bei der Diskussion Einblicke in die Beratungspraxis.


Die Panel-Diskussion wurde am 09. Juli 2020 als Livestream auf Youtube gesendet, die Aufzeichnung ist hier abrufbar.

Interview mit einer unserer Beraterinnen - Der Spiegel

Im Rahmen eines von Der Spiegel koordinierten Recherche-Projekts zu den problematischen Beschäftigungsbedingungen in der Landwirtschaft wurde eine unserer Beraterinnnen interviewt. In dem Interview spricht sie über die Beratungserfahrung aus dem Projekt und über notwendige Maßnahmen um den in der Branche weitverbreiteten Ausbeutungsformen vorzubeugen

Das Interview ist unter dem Titel "Arbeitgeber wetten darauf, dass die Menschen sich nicht wehren" am 20. Juli 2020 auf Spiegel-Online erschienen.

Erntehelfer in Deutschland: Das brutale Geschäft mit den Unsichtbaren - Der Spiegel veröffentlicht internationale Recherche

In der Landwirtschaft in Deutschland wird bei Beschäftigungpraktiken seit Jahren mit unterschiedlichen Tricks gegen Gesetze verstoßen. Menschenwürdige Arbeitsbedingungen haben dabei kaum eine Rolle gespielt und die Saisonkräfte aus Osteuropa waren zumeist nur ein billiges Instrument, um große Gewinne zu erzielen. Einen vergleichenden Blick auf die aktuelle Situation, sowohl in Deutschland als auch in anderen europäischen Ländern, bietet Der Spiegel in einer vergleichenden Analyse. Teil der Recherche ist auch einen Fall aus der Praxis unserer Beratungsstelle in Düsseldorf.

Der Spiegel hat seine internationale Recherche unter dem Titel "Erntehelfer in Deutschland: Das brutale Geschäft mit den Unsichtbaren" veröffentlicht.

Hilfe für Tönnies-Beschäftigte die unter Quarantäne stehen - Bericht in ZDF Zoom

Nach dem Aufruf an die Bürger*innen, Geschenkpakete für unter Quarantäne stehende Beschäftigte bei Tönnies zusammenzustellen und Solidarität zu zeigen, trafen Hunderte Pakete mit Nahrungsmitteln, Kinderspielen, Büchern und Hygieneartikeln ein. Einer unserer Berater hat zusammen mit anderen Gewerkschafter*innen, Berater*innen von Faire Mobilität und engagierten Bürger*innen die Pakete an Wanderarbeiter*innen verteilt, die im Kreis Gütersloh unter Quarantäne stehen. Dabei wurden auch Aufklärungsgespräche mit Arbeitnehmer*innen geführt und Flyer verteilt - natürlich immer unter Einhaltung des Mindestabstands und der geltenden Hygienevorschriften. Die Menschen haben sich erneut sehr eindeutig über die oft unerträglichen Arbeitsbedingungen und über die Werkvertragsfirmen in der Fleischindustrie geäußert. Ein Kamerateam des ZDF hat die Aktion begleitet.

Der Bericht über die Aktion ist in der ZDF-Sendung Zoom (Minuten 01:25 bis 04:39) am 15. August 2020 erschienen.

Infostand mit Erwebslosenberatungsstelle und Kolpingwerk in Beckum - Artikel in Beckumer Zeitung und auf gute-arbeitswelt.nrw

Einer unserer Berater hat zusammen mit der Erwerbslosenbeartungsstelle "Impulse" und dem Kolpingwerk der Diözese Münster über die Beratungsangebote für Arbeitnehmer*innen aus Südosteuropa informiert. Mit dem Infostand auf dem Wochenmarkt in Beckum suchten sie den direkten Kontakt zu Passant*innen und sind so mit den Bürger*innen vor Ort über die oftmals präkeren Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer*innen aus Südosteuropa ins Gespräch gekommen.

Die Glocke hat in dem Artikel "Beratung für Arbeitnehmer aus Südosteuropa - Auf Dringlichkeit aufmerksam machen" in der Ausgabe vom 02. Juli 2020 über die Aktion berichtet. Unter dem Titel "Aufklärungsarbeit gegen Arbeitsausbeutung" wurde zudem ein Bericht auf gute-arbeit.nrw veröffentlicht.

Praktiken in der Fleischindustrie und Forderungen an die Politik - Interview mit der Schwäbischen Zeitung

Die Praktiken in der Fleischindustrie sind seit langer Zeit bekannt - eigentlich. Denn über viele Jahre hat nur ein kleiner Teil der Öffentlichkeit die Berichte über unhaltbare Zustände in Betrieben und Unterkünften tatsächlich wahrgenommen. Die aktuelle Situation hat dazu geführt, dass breite Teile der Öffentlikchkeit auf das Thema aufmerksam geworden sind und so zunehmend politischer Druck entsteht. In einem Interview mit der Schwäbischen Zeitung hat eine unserer Beraterinnen über ihre Erfahrungen aus der Praxis berichtet und Forderungen an die Politik formuliert.

Das Interview ist unter dem Titel "Das Leiden in der Fleischfabrik" in der Schwäbischen Zeitung erschienen.

 

 

Verbot von Werkverträgen in der Fleischindustrie ist ein wichtiger Schritt, aber nicht die einzige Lösung – Interview mit Radio France International

Die Arbeitsbedingungen in Fleischindustrie stehen seit Monaten im Fokus der Öffentlichkeit, aufgrund der Infektionsherde die zu regionalen Lockdowns geführt haben. Dabei wurden auch die prekären Arbeits- und Lebensbedingungen der Fleischarbeiter*innen sichtbar, die größtenteils aus Osteuropa stammen. Auf politischer Ebene wurden trotz der Proteste aus der Wirtschaft große Schritte angekündigt. Der jahrelange Kampf der Gewerkschaften und der Beratungsstellen für eine bessere Behandlung der Fleischarbeiter*innen geht damit in eine entscheidende Phase.

Eine unserer Beraterinnen hat im Interview mit Radio France International über die Pläne des Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zur Abschaffung von Werkverträgen und Arbeitnehmerüberlassung in der Fleischindustrie gesprochen. Demnach müssten die großen Fleischunternehmen die direkte Verantwortung für die Beschäftigten tragen und gleiche Standards für alle einführen. Das Verbot der Auslagerung des Kerngeschäfts wäre ein wichtiger Schritt, dies allein würde jedoch nicht die komplexe Problematik in der ganzen Branche lösen. Thematisiert wurden im Gespräch auch die prekäre Arbeits- und Lebenssituation osteuropäischer Arbeitnehmer*innen, ihre Rechte auf dem deutschen Arbeitsmarkt sowie Handlungsmöglichkeiten bei Missständen.

Das Interview mit Radio France International wurde auf Rumänisch geführt und kann hier angehört werden.

Reportage über die Fleischindustrie in Nordrhein-Westfalen - Stellungnahme für bulgarischen Fernsehsender btv

Der bulgarische Fernsehsender btv hat in seiner zentralen Nachrichtensendung eine Reportage über die Fleischindustrie in Nordrhein-Westfalen ausgestrahlt. Für den Beitrag in der abendlichen Nachrichtensendung, vergleichbar mit der Tagesschau in Deutschland, wurde einer unserer Berater um ein Interview gebeten. In der veröffentlichten Stellungnahme geht er insbesondere auf die Arbeitsbedingungen der Arbeiter*innen aus Bulgarien ein.

Der Ausschnitt des Interviews für btv vom 26. Juni 2020 ist hier zu sehen (Minute 1:15 bis 1:40).

Die Stellungnahme wurde zudem in späteren Nachrichtensendungen von btv übernommen sowie von anderen zur Sendergruppe gehörenden Kanälen gezeigt.

Tönnies-Arbeitern wurde nahegelegt zu schweigen - Interview mit Deutscher Welle

Die hohe Zahl an Corona-Infizierten Arbeiter*innen in dem Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück hat erneut ein Schlaglicht auf die Arbeitsbedingungen in der Schlachtung und Fleischverarbeitung geworfen. Eine unserer Beraterinnen hat in einem Interview mit der Deutschen Welle ihre Erfahrungen geschildert und Einblicke in ein System gegeben, das sich am besten mit "organisierter Verantwortungslosigkeit" beschreiben lässt. Dass nun die Beschäftigten für das Infektionsgeschehen verantwortlich gemacht würden, sei schlichtweg "zynisch".

Der Artikel ist auf Deutsch, Englisch und Rumänisch erschienen. Außerdem wurde er von Focus Online und der Frankfurter Rundschau aufgegriffen.

Begrüßung von Erntehelfer*innen aus Bulgarien - www.gute-arbeitswelt.de

Am 15. Juni 2020 hat einer unserer Berater, gemeinsam mit der IG BAU Rheinland und Faire Mobilität, am Flughafen Düsseldorf gelandete Erntehelfer*innen aus Bulgarien begrüßt. Unter anderem wurden Flyer mit den Kontaktdaten der Beratungsstellen verteilt und eine Durchsage auf Bulgarisch über den Bordfunk der Transferbusse gemacht.

Die Aktion wurde in einem Beitrag auf www.gute-arbeitswelt.nrw dokumentiert.

Ausbeutung auf Baustellen - So prekär leben Wanderarbeiter in Deutschland

Der Beitrag des Y-Kollektiv beleuchtet die Bedingungen unter denen Menschen aus Rumänienen und Bulgarien auf deutschen Baustellen beschäftigt werden. Dubiose Arbeitsverträge und Stundenlöhne unter 3 Euro sind dabei keine Seltenheit. Auf Anfrage haben wir einen Ratsuchenden vermittelt, der in dem Videobeitrag seine Erfahrungen in der Branche schildert.

Informationen für und über osteuropäische Beschäftigte - Bericht auf gute-arbeitswelt.nrw

Zahlreiche Beschäftigte aus Osteuropa sind während der Corona-Pandemie besonders gefährdet. Gemeinsam mit den Erwerbslosenberatungsstellen von impulse e.V. und dem Kolpinger Bildungswerk war eine unserer Beraterinnen am 19. Mai 2020 mit einem Infostand zu diesem Thema in Warendorf vertreten, um über die aktuelle Situation aufzuklären.

Der Bericht über die Aktion kann hier auf gute-arbeitswelt.nrw nachgelesen werden.

Kooperation mit Erwerbslosenberatungsstelle - Caritas Blog

Aufregung in Bornheim im Rheinland – aufgebrachte Erntehelfer*innen verweigerten die Arbeit. Der Vorwurf an den ansässigen Spargel- und Erdbeerhof wiegt schwer: ungerechtfertigte Lohnabzüge und schlechte Hygieneverhältnisse. Gemeinsam mit der Erwerbslosenberatung des SKM Rhein-Sieg-Kreis hat eine unserer Beraterinnen dort Unterstützung für die Betroffenen angeboten.

Die Caritas hat in einem Blog-Beitrag darüber berichtet.

Obdachlos nach Obsternte auf deutschen Feldern - Fall des Monats Mai 2020

Was passiert wenn rumänische Erntehelfer*innen sich nach drei Wochen harter Arbeit nach ihrer Entlohnung erkundigen? In diesem Fall wurde ihnen sofort gekündigt und sie landeten buchstäblich auf der Straße. Es folgte eine Odyssee bei der sie letztendlich von dem Obsthof in der Nähe von Bonn bis nach Leverkusen zu Fuß liefen, bevor sie Hilfe bei einer unserer Beraterinnen fanden.

Mit dem Fall des Monats werden Fälle aus der Beratungspraxis beispielhaft dargestellt. Die Fälle werden unter www.gute-arbeitswelt.nrw im Auftrag des Ministeriums für Arbeit Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen von der G.I.B. NRW veröffentlicht.

Der Fall des Monats Mai 2020 ist hier zu finden.

Arbeitsausbeutung von Beschäftigten aus Bulgarien in Nordrhein-Westfalen - Interview im Deutschlandfunk

Nicht gezahlte Löhne, ungerechtfertigte Kündigungen, schlechte Arbeitsbedingungen und allgemeine Verunsicherung gegenüber dem Arbeitgeber. Die Beschäftigten aus Bulgarien im Niedriglohnsektor, die für eine bessere Zukunft nach Deutschland gekommen sind, werden wie viele andere osteuropäischen Arbeitnehmer*innen in Deutschland häufig ausgebeutet. Bestimmte Arbeitgeber*innen nutzen die fehlenden Sprach- oder Rechtskenntnisse der Zuwanderer*innen gezielt aus. Einer unserer Berater hat in einem Interview mit dem Deutschlandfunk über seine Erfahrungen mit bulgarischen Arbeitnehmer*innen in Nordrhein-Westfalen berichtet, die unter unfairen Bedingungen arbeiten.

Der Beitrag Abgezockt, betrogen, gefährdet – Rumänen und Bulgaren in Deutschland wurde am 23. Mai 2020 im Deutschlandfunk gesendet. Das Interview beginnt ab Minute 31:26.

Werkarbeiter, Erntehelfer, Billiglöhner: Wie sind ihre Lebensumstände? - Beitrag in der Aktuellen Stunde

Frische Erdbeeren und Spargel gehören einfach dazu. Jedes Jahr zwischen April und Juli zählen sie zu den beliebtesten Obst und Gemüsesorten in Deutschland. Aber unter welchen Bedingungen arbeiten und leben Menschen, die sie auf den Feldern für uns ernten?

Menschenwürdige Bedingungen in der Landwirtschaft sind leider nicht selbstverständlich. Der gesetzliche Mindestlohn wird mit unterschiedlichen Tricks unterlaufen. Ein Beispiel: Akkordarbeit ist unter bestimmten Umständen zulässig, darf aber nicht dazu führen, dass der Mindestlohn unterschritten wird. Auch diverse Abzüge für Miet-und Verpflegungskosten sind weit verbreitet. Die Wohnbedingungen sind zudem häufig sehr schlecht. In der Coronakrise führen insbesondere die fragwürdigen Lebensbedingungen in Gruppenunterkünften zu ernsten Problemen. Eine unserer Beraterinnen wurde von einem Kamerateam des WDR begleitet, als sie in Bornheim bei einem Gemüsebauern Beschäftigte aus Rumänien über ihre Rechte Aufgeklärt hat.

Der Beitrag wurde in der Aktuellen Stunde vom 24. Mai 2020 ausgestrahlt.

Arbeitsniederlegung von Erntehelfer*innen für Lohnauszahlung - Interview Deutsche Welle

Jahrelang sind die Arbeitsbedingungen von Erntehelfer*innen im dunkeln geblieben, in der aktuellen Situation kommen sie nun immer häufiger ans Tageslicht. Über 250 Rumänen haben nach einem Monat die Arbeit auf einem Obsthof in Bornheim niedergelegt und für Lohnauszahlung protestiert. Wie ist es überhaupt zu dieser akuten Situation angekommen, wie sieht die Chance einer Lohnauszahlung aus, was ist die Rolle des Bauernverbands und wer haftet für die Rückführung?  Eine unserer Beraterinnen war vor Ort und hat diese Fragen, auch mit Blick auf die allgemeine Problematik in der Landwirtschaft, in einem Interview für die Deutsche Welle beantwortet.

Das Interview wurde auf rumänisch geführt und am 20. Mai 2020 von der Deutschen Welle als Video auf Facebook und YouTube veröffentlicht.

Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie – Beitrag WDR Markt

Durch die Corona-Krise und zahlreiche Infektionen in Schlachthöfen sind die seit langem bekannten Missstände in der Fleischindustrie  in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Der WDR hat über rumänische Beschäftigte berichtet, die sich in Coesfeld in Quarantäne befinden. Eine unserer Beraterinnen teilt in dem Beitrag für Markt ihre Erfahrungen aus der Beratungsarbeit und erklärt wie sich die Probleme für die Beschäftigten in der aktuellen Situation weiter verschärft haben.

Der Beitrag aus der WDR-Sendung Markt vom 20. Mai 2020 ist hier zu sehen (Minuten 8:56 bis 18:30).

Unterbringung von Erntehelfer*innen in NRW - WDR Aktuelle Stunde

Immer mehr Erntehelfer*innen werden aufgrund der aktuellen Situation aus Rumänien eingeflogen. Eine unserer Beraterinnen war am 12. Mai 2020 mit der IG BAU am Flughafen Düsseldorf, als dort 250 Saisonarbeiter*innen angekommen sind. Vor Ort haben sie die Menschen mit Informationen versorgt und versucht mehr über deren anschließende Unterbringung und Lebensbedingungen zu erfahren. Der WDR hat über die Aktion in einem Beitrag für die Aktuelle Stunde zur Unterbringung von Erntehelfer*innen in NRW berichtet.

Der Beitrag des WDR ist hier (Minuten 05:00 bis 08:10) zu sehen.

Die Aktion wurde zudem in einem Beitrag der IG BAU Rheinland dokumentiert.

Interview zur Situation von osteuropäischen Beschäftigten in Schlachthöfen in NRW

Die Zahlen der Corona-Infizierungen unter osteuropäischen Beschäftigten in Schlachthöfen in NRW sind besorgnisererrgend hoch. Allein in Fleischbetrieben im Münsterland wurden 250 Personen positiv getestet (Stand 11. Mai 2020). Die Gefahr der Ansteckung ist besonders groß in Pausenräumen, beim Sammeltransport in Kleinbussen sowie in Sammelunterkünften. Um eine rasante Verbreitung der Infizierungen einzudämmen, wurde schon der erste Schlachtbetrieb im Kreis Coesfeld vorübergehend geschlossen. Laut Gesundheits- und Arbeitsminister Karl Josef-Laumann sollen jetzt alle Mitarbeiter*innen in Fleischbetrieben in NRW getestet und Gemeinschaftsunterkünfte überprüft werden.

In einem Interview mit der Deutschen Welle sprach eine unserer Beraterinnen über die Situation der osteuropäischen Beschäftigten und Rechte während der Quarantäne.

Das Interview in rumänischer Sprache ist hier zu finden.

Situation von Erntehelfer*innen - Gespräch im Deutschlandfunk "Update"

Landwirte stehen momentan unter Druck, aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus fehlen die dringend benötigten Erntehelfer*innen. Die Arbeitsbedingungen sind schon im Normalfall schwierig, in der aktuellen Situation verschärfen sich die Probleme vielerorts zusätzlich. Eine unserer Beraterinnen hat im Deutschlandfunk "Update" über die Situation der Ernte*helferinnen gesprochen.

Den Mitschnitt des Gesprächs gibt es hier.

Begrüssung von Erntehelfer*innen im Rheinland

Gemeinsam mit der IG BAU Rheinland hat eine unserer Beraterinnen die am Flughafen Düsseldorf gelandeten Erntehelfer*innen aus Rumänien begrüßt. Unter anderem wurden die Flyer mit den Kontaktdaten unserer Beratungsstellen verteilt und eine Durchsage auf Rumänisch über den Bordfunk der Transferbusse gemacht.

Die IG BAU Rheinland hat die Aktion hier dokumentiert.

Artikel zu Arbeitsbedingungen der Erntehelfer*innen aus Rumänien in der Coronakrise

Für den Artikel über die Situation der Saisonarbeiter*innen aus Rumänien, die für die Spargel- und Erdbeerernte eingeflogen wurden, wurde unter anderem eine unserer Beraterinnen interviewt. Sie Informiert über die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, die schwierigen Arbeitsbedingungen und Probleme beim Einhalten von Hygienevorschriften. Dabei gibt sie auch konkrete Empfehlungen für den Umgang mit Arbeitsunfällen, Erkrankungen und der Krankenversicherung.

Der Artikel ist auf dem rumänischen Journalist*innenportal PressOne erschienen.

Livestream mit Informationen für Beschäftigte aus Rumänien in der Coronakrise

In einem Livestream hat eine unserer Beraterinnen Antworten auf die Fragen von Mobilen Beschäftigten aus Rumänien gegeben. Die Aufzeichnung des Livestreams stellen wir hier zur Verfügung.

Sieben Monate ohne Lohn – wegen Krankheit!

Der rumänische Bauhelfer S.P. wandte sich wegen der ausstehenden Lohnvergütung sowie wegen der Lohnfortzahlung an die Dortmunder Beratungsstelle des Projekts „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ von Arbeit und Leben NRW. Nachdem mehrere Versuche, mit dem Arbeitgeber in Kontakt zu treten, gescheitert sind, begleitet die Beratungsstelle den Arbeitnehmer bei einer gerichtlichen Klärung.

Lesen Sie den ganzen Beitrag hier.

ZDFzoom-Reportage: Sklaven der Straße

Im LogPort in Duisburg haben die Beraterinnen und Berater von Arbeit und Leben NRW erneut osteuropäische LKW-Fahrer über ihre Rechte auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland aufgeklärt. Auf den Parkplätzen dort verbringen sie ihre täglichen und wöchentlichen Ruhezeiten, obwohl ihre Arbeitgeber zumindest für die längeren wöchentlichen Ruhezeiten für eine angemessene Unterkunft außerhalb der Fahrerkabine sorgen und bezahlen müssen. Die Männer aus Bulgarien, Nordmazedonien und Rumänien, die sie vor Ort getroffen haben, sind monatelang im Ausland unterwegs und getrennt von ihren Familien. Mit dem unter diesen Umständen hart verdienten Geld müssen sie sich und ihre Familien in den Heimatländern durchbringen. In der Transport- und Logistikbranche hat sich ein unfaires Spesenmodell durchgesetzt, mit dem die Herkunft und Situation der Fahrer gnadenlos ausgenutzt wird. Über die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen und die Ausbeutung der Berufskraftfahrer wurde in der ZDR-Reportage „Sklaven der Straße“ berichtet. Stanimir Mihaylov und Elena Strato vom Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ haben die Gewerkschaften und das Journalistenteam beim Kontakt mit den osteuropäischen Arbeitnehmern in Duisburg unterstützt.  

Da es auf dem Parkplatz keine Duschen, keine Toiletten und nicht genügend Mülltonnen gibt, kommt es zu Spannungen zwischen LKW-Fahrern und Menschen aus der Nachbarschaft. Eine gewerkschaftliche Initiative versucht zwischen den beiden Gruppen zu vermitteln und den Austausch mit interessierten Vertreterinnen und Vertretern der Bundes-, der  Landes- und der Lokalpolitik zu intensivieren. Eine für alle Seiten tragbare Lösung soll auch verhindern, dass das Thema bei den anstehenden Kommunalwahlen 2020 instrumentalisiert und so Politik auf den Rücken der schwächsten Mitglieder der Gesellschaft gemacht wird. Arbeit und Leben NRW wird die gewerkschaftliche Initiative weiterhin unterstützen und so für menschenwürdige Arbeitsbedingungen der Berufskraftfahrer eintreten.

Rundgang am Logport in Duisburg-Rheinhausen

Am 25. August 2019 haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den Beratungsstellen für Beschäftigte aus Osteuropa in Dortmund und Düsseldorf an einem Rundgang über das Logport-Gelände in Duisburg-Rheinhausen teilgenommen. Eingeladen dazu hatten die Kolleginnen und Kollegen von ver.di, um auf die Situation von LKW-Fahrern vor Ort aufmerksam zu machen. An dem Rundgang haben auch weitere Gewerkschafter und Politiker, darunter der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Bischoff, teilgenommen.

Einen ausführlichen Bericht zu der Aktion gibt es hier.

Der Paritätische: "Viel Arbeit - Aber Kein Geld"

Der Paritätische berichtete in der ersten Ausgabe 2019 seines Verbandsmagazines, über einen der Fälle, die Catalina Guia und ihre Kollegen und Kolleginnen im Projekt "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten" betreuen. Es handelt sich um einen jungen rumänischen Paketzusteller, der Erfahrungen mit Ausbeutung macht.

Lesen Sie den ganzen Beitrag auf Seite 6 und 7.

WDR5 Beitrag: Fünf Jahre Arbeitnehmerfreizügigkeit

Anlässlich des 5. Jubiläums der Arbeitnehmerfreizügigkeit, welche Rumänen und Bulgaren erstmals ermöglichte, ohne weitere Genehmigungen arbeiten zu können, sendete der WDR5 am 02. Januar 2019 einen kurzen Beitrag. Als Expertin wurde unter anderem die Beraterin Catalina Guia interviewt.

Es sei statistisch belegbar, dass die allermeisten die gekommen sind, entgegen der Voraussagungen einiger damaliger Politiker, in einem Arbeitsverhältnis sind und keine „soziale Hängematte“ ausnutzen. Auffällig sei aber auch die Qualifikation der Arbeiter, ein Großteil hat entweder einen universitären Abschluss oder ist nur in helfender Funktion tätig – es gibt kaum eine Mitte.

Die geringqualifizierten Osteuropäer sind Catalina Guias Zielgruppe. Sie berät sie in allen Belangen des deutschen Arbeitsrechts, da die meisten die deutschen Gesetze nicht kennen und oft auch der Deutschen Sprache nicht mächtig sind. Dies, kombiniert mit der Anwerbung im Herkunftsland oder mit dem blinden Vertrauen in „Vermittlungsnetzwerke“, macht die Arbeiterinnen und Arbeiter zu leichten Opfern für Betrug durch ihre Arbeitgeber.

Unter diesem Link können Sie sich den vollständigen Beitrag anhören.

Die Zeit: "Schwere Last, leichter Lohn"

Am 20. Dezember berichtete "Die Zeit" in einem Artikel über die prekären Arbeitsverhältnisse in der Paketzustellungsbranche. Hier zu wurde auch Catalina Guia als Beraterin für Betroffene interviewt:

Bogdan C. holte sich Hilfe bei Catalina Guia von der Beratungsstelle Arbeit und Leben in Düsseldorf, einer vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und den Volkshochschulen getragenen Beratungsstelle für Wanderarbeiter. Guia schätzt, dass dem Fahrer aus Rumänien aufgrund von unzulässigen Abzügen noch etwa 4.000 Euro zustehen. Ein Einzelfall sei das nicht. "Wir haben immer wieder mit Paketfahrern zu tun, die bei Subunternehmen beschäftigt sind, die sich um den Lohn drücken", sagt sie. "Wer aus dem Ausland kommt und die Sprache nicht so gut kann, wird leicht Opfer solcher ausbeuterischen Verhältnisse. Damit kalkulieren die Firmen." [...] Solange es diese Unternehmerhaftung nicht gibt, glaubt Beraterin Guia, dürften die Arbeitsbedingungen in der Paketbranche auch durch Amazons Logistikdienst vor allem eines werden: schlechter. 

Lesen Sie den Artikel hier.

WDR Kurz-Reportage: "Obdachlose als Paket-Fahrer ausgenutzt?"

Angesichts der aktuellen akuten Probleme unter Paketzustellern, vorzugsweise Männer aus Osteuropa betreffend, fallen immer mehr Fälle von Ausbeutung in den Fokus der Öffentlichkeit.

Der WDR hat die Situation der Paketboten bei einigen Subunternehmern in Düsseldorf, mit dem Arbeit und Leben Projekt "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten" und der Organisation zur Unterstützung von Obdachlosen "Fiftyfifty", in der kurzen Reportage ''Obdachlose als Paket-Fahrer ausgenutzt?'' skizziert.

Die schlechten Bedingungen und Bezahlung führen zur Fortsetzung des menschenunwürdigen Zustandes der Betroffenen und erschweren selbst jede Möglichkeit sich überhaupt eine Wohnung leisten zu können. Sie schlafen bei Freunden oder im Auto, denn trotz der vielen Arbeitsstunden sind sie schlecht bezahlt.  Niedrige Selbst - Wertschätzung und Angst verhindern den Kampf für ihre Rechte.

Der Beitrag war im WDR, Lokalzeit aus Düsseldorf vom 16.11.2018, zu sehen.

Catalina Guia zum Projekt "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten"

Seit 2015 unterstützt das Projekt "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten" Arbeitnehmer*innen aus Osteuropa in arbeits- und sozialrechtlichen Fragen. Unser ehemaliger Freiwilliger, Jonas Brück, führte mit der Beraterin Catalina Guia ein Interview, in welchem sie aus ihren Erfahrungen berichtet und über politische Reformen wie die Entsenderichtlinie spricht.

Das Interview zum Nachlesen

Gewerkschaftliche Aufklärungsaktion an Raststätten in Siegburg

Mit einer Infoaktion für Faire Arbeit in der Transportbranche machten Gewerkschafter/innen aus dem DGB Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg, vom Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ von Arbeit und Leben DGB/VHS NRW e.V. und vom DGB-Projekt „Faire Mobilität" am Samstag, dem 15. September 2018, auf Fälle von Lohnbetrug in der LKW-Transportbranche aufmerksam. Opfer sind häufig Fahrer aus Osteuropa. Mehrsprachige Beratungsteams waren am Samstag an den Raststätten Siegburg Ost und West an der A3 im Einsatz, um über Arbeitsrecht zu informieren. Dabei wurden Fahrer in ihrer Muttersprache angesprochen, mit einem Pausensnack versorgt und mit Flyern über ihre Rechte in Deutschland informiert.

Lesen Sie die vollständige Pressemitteilung des DGB Köln-Bonn hier.

Infrastruktur für LKW-Fahrer fehlt

Gewerkschaftliche Aufklärungsaktion auf Autohof in Köln:

Mit einer Infoaktion für Faire Arbeit in der Transportbranche machten Gewerkschafter/innen aus dem DGB Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg, das Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ von Arbeit und Leben DGB/VHS NRW e.V. und das DGB-Projekt "Faire Mobilität" am Samstag, dem 17. Februar, auf Fälle von Lohnbetrug in der LKW-Transportbranche aufmerksam. Opfer sind häufig Fahrer aus Osteuropa. Mehrsprachige Beratungsteams waren am Samstag auf dem Autohof Eifeltor in Köln im Einsatz, um über Arbeitsrechte zu informieren. Dabei wurden Fahrer in ihrer Muttersprache angesprochen und mit Flyern über ihre Rechte in Deutschland informiert.

Die Aktion richtete sich an eine Gruppe von Beschäftigten, die oft um den Mindestlohn geprellt und im Krankheitsfall systematisch um einen Großteil der Lohnfortzahlung betrogen wird. Catalina Guia vom Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ gibt Einblicke in die arbeitsvertragliche Situation der Kraftfahrer: "In den Gesprächen mit den rumänischen Fahrern habe ich festgestellt, dass die Erbringung von europaweiten Leistungen oft auf der Grundlage eines rumänischen Arbeitsvertrags geschieht. In den Verträgen ist in der Regel ein Basisgehalt mit rumänischen Mindestlohn festgeschrieben. Die restliche Vergütung wird dann über vereinbarte Spesen geregelt. Diese stellen einen erheblichen Teil des Einkommens dar, der das Basisgehalt manchmal sogar verdoppelt. Die Unternehmen, an die geliefert wird, sitzen in unterschiedlichen Ländern wie Deutschland, Frankreich, Belgien oder den Niederlanden. Für einige Fahrer macht es daher keinen Sinn, einen deutschen Arbeitsvertrag abzuschließen, da sie das Land nur 2-3 Tage passieren – es ist dann nur Transitland.“

Doch es gibt zahlreiche Fälle, in denen ein deutscher Arbeitsvertrag Sinn macht. Catalina Guia erläutert: „Fahrer, die in Deutschland be- und entladen, haben Anrecht auf einen deutschen Vertrag. Sie erbringen ihre Arbeitsleitung innerhalb Deutschlands und müssen nach deutschem Mindestlohn vergütet werden.“

Die Gespräche während der Aufklärungsaktion haben auch verdeutlicht, dass die Gesetzeslage und die Realität weit auseinanderdriften. Judith Gövert, Gewerkschaftssekretärin des DGB Köln-Bonn erklärt: „Der EuGH urteilte Ende letzten Jahres, dass LKW-Fahrer die regelmäßige Ruhezeit nicht im Fahrzeug verbringen dürfen. Damit geht einher, dass die Speditionen dazu verpflichtet sind, die Ruhezeiten-Kosten zu übernehmen. Die Gespräche mit den Fahrern zeigten aber, dass das Urteil fernab der Realität ist.“ 

Damian Warias, Gewerkschaftssekretär der IG BAU, der vornehmlich mit den polnisch-sprachigen Fahrern in den Dialog trat, konstatiert: „Es mangelt für die Umsetzung des Urteils an der Infrastruktur in Deutschland: Die Raststätten und großen Parkplätze sind nicht mit ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten ausgestattet. Außerdem braucht es überwachte Parkplätze. Die Fahrer haben schlichtweg Angst um ihre Ladung.“ Ein Fahrer berichtete: „Ich transportiere aktuell Sicherheitsglas und Ersatzteile für einen großen Autokonzern. Es wurde in der Vergangenheit mehrmals in das Fahrerhaus und in den Anhänger eingebrochen.“

Warias ergänzt: „Die Fahrer sollen einerseits das Gesetz achten, auf der anderen Seite bleibt ihnen aber nichts anderes übrig, als ihre Ladung selbst zu überwachen. Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf: Wir brauchen mehr sichere Abstellplätze, warme und saubere Sanitätseinrichtungen sowie Aufenthaltsräume für die Fahrer. Eine Strafandrohung ist widersinnig, denn dem Lenker bleibt oft nichts anderes übrig, als in der Kabine zu übernachten. Hier ist die Politik gefordert und muss handeln.“

Quelle:

DGB Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg

Aktuelles & Interviews

"Pflegenotstand wird durch Ausbeutung kompensiert"

Ein Artikel zum Thema Pflegedienst mit Input aus dem Projekt

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„Serbischer Fahrer, österreichische Firma, ungarisches Kennzeichen“

Infoaktion für LKW-Fahrer in Dortmund, gemeinsam mit den Beraterinnen und Beratern von „Faire Mobilität“  


"Theaterstück „Gesellschaftsmodell Großbaustelle“

Ein Kooperation mit dem Projekt „Rimini-Protokoll“


"Ungerechtfertigte Kündigungen, ausstehende Löhne und prekäre Arbeitsbedingungen"

Interview mit der Beraterin Catalina Guia und dem Berater Dr. Alexandru Zidaru über die Arbeitnehmerfreizügigkeit für Osteuropäer


Fall des Monats

Auf der Seite landderfairenarbeit.nrw.de erscheinen unter der Rubrik „Fall des Monats“ Beispiele der Beratungsfälle des Projektes „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ von Arbeit und Leben NRW und des Projektes „Faire Mobilität“ vom DGB NRW.  

Berichte:

Logistikbranche: Polnische Arbeitnehmerin wehrt sich erfolgreich gegen fristlose Kündigung (15.03.2018)

Hotelreinigung - unbezahlte Mehrarbeit und fristlose Kündigung (30.01.2018)

Kranbesetzung in Düsseldorf: Rumänische Bauarbeiter erhalten jetzt ihr Geld! (22.12.2017)


Logistik-Branche: Rumänischer Fahrer wird um den Lohn betrogen! (09.08.2017)


LKW-Fahrer: Wegen Krankheit fristlos gekündigt (14.07.2017)


Zimmerreinigung in Luxushotels im Rheinland (01.06.2017)


Beispiele aus der Beratungsarbeit (26.04.2017)


 

 

 

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Zusätzliche Informationen

Unsere Bildungsreferenten helfen gerne

Beratungsbüro Düsseldorf/Dortmund

Catalina Guia

Consilier, Bildungsreferentin, Beratung in Rumänisch

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Fon: +49 (0)211 - 938 00 51
Fax: +49 (0)211 - 355 949 22

Stanimir Mihaylov

Bildungsreferent, Konsultant, Beratung in Bulgarisch

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Fon: +49 (0)211 - 938 00 53

Elena Strato

Bildungsreferentin, Consilier, Beratung in Rumänisch

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Fon: +49 (0)231 - 54 50 79 86
Fax: +49 (0)231 - 189 996 99

Pagonis Pagonakis

Bildungsreferent, Projektkoordinator, Beratung in Griechisch

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Fon: 0211 - 938 00 16
Fax: 0211 - 938 00 25