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Free, Movement. Ein Workshop zur Frage nach (Bewegungs-) Freiheit in Tanz und Philosophie

Eine Gruppe junger Menschen aus Deutschland und Griechenland diskutiert vom 15. - 22. November 2018 in Düsseldorf, über aktuelle europäische Entwicklungen und Freiheit. Auf der Basis von philosophischen Texten werden Positionen zu Freiheit und Bewegung mit Methoden des modernen Tanzes umgesetzt.

Zwischen Deutschland und Griechenland lassen sich viele historische und gesellschaftspolitische Unterschiede und Differenzen aufzeigen – ein wesentliches, verbindendes Element ist jedoch der bedeutende Einfluss der Philosophie, auf die Art und Weise, wie über das Leben und die Zukunft gedacht wird.

Gerade junge Menschen müssen sich mit der Übernahme von Verantwortung zukünftiger gesellschaftlicher Anforderungen und persönlicher Lebensentwürfe auseinandersetzen – allzu oft werden dabei ihre visionären Vorstellungen nicht gefragt - auch nicht ihre Vorstellungen zu grundlegenden philosophischen Annahmen.

Die Jugendbegegnung will hier den Ansatz wagen, den Blick auf die großen Philosophen zu richten, und sie auf ihre Aktualität abklopfen. Mit dem Untertitel Free, Movement soll ein kreativer Workshop zur Frage nach (Bewegungs-) Freiheit in Tanz und Philosophie im Mittelpunkt der Jugendbegegnung stehen, um Jugendlichen die Möglichkeit zu geben ihre eigenen Ansichten und Ideen auszudrücken.

Die tänzerischen Elemente sollen zu einer kleinen Präsentation zusammengeführt werden und in der Berger Kirche (entweiht!) zusammen mit einer kleinen musikalischen Improvisation aufgeführt werden.

 

Der Jugendaustausch ist eine Kooperation zwischen Echodrama Cultural Group (Athen) und Arbeit und Leben NRW in Kooperation mit Theater der Klänge und der HH Universität Düsseldorf. 

Bericht von "Free, Movement. Ein Workshop zur Frage nach (Bewegungs-)Freiheit in Tanz und Philosophie"

„I don´t wanna live by hating Germans or Germans hate me, because they don´t know me and I don´t know them.” sagt Polytimi zum Einstieg in die griechisch-deutsche Jugendbegegnung für junge Erwachsene zwischen 18 und 27 Jahren. Sie möchte Deutsche nicht hassen, nur, weil sie sie nicht kennt. Mit elf weiteren Griechinnen und Griechen ist sie für 8 Tage aus Athen in Düsseldorf zu Gast.

Arbeit und Leben NRW hat mit der Echodrama Cultural Group Athen und dem Theater der Klänge Düsseldorf einen weiteren internationalen Austausch ins Leben gerufen. Vom 15. – 22. November 2018 erfährt die Gruppe, unter der sich viele deutsche Teilnehmerinnen und Teilnehmer befinden, was Freiheit bedeutet.

Die heterogene Gruppe stellt sich der Frage: Wie verhalte ich mich in Bezug auf die Welt? Der Düsseldorfer Maximilian überlegt „Alle sprechen davon Grenzen zu überwinden, doch sie denken immer sehr weit. Ich denke, wir können Grenzen auch im Kleinen überwinden, alleine durch einen persönlichen Austausch.“ Ein kultureller Austausch bringt meistens sprachliche Barrieren mit sich. Neben Sprachanimationen, in denen erste Erfahrungen mit der jeweils anderen Sprache gesammelt werden, hat Arbeit und Leben NRW eine Dolmetscherin engagiert. Lamprini Antoniou trägt mit ihren Griechisch- Deutsch- und Englischkenntnissen zu einem problemlosen Verständnis bei.

 

Distanz und Nähe. Augenhöhe. Gemeinsamkeiten. Dem Anderen Raum geben.

 

Das Besondere der Begegnung ist, dass nicht nur Vorträgen und Gespräche stattfinden, sondern viel mit Tanz und Ausdruck gearbeitet wird. Dafür wird eine ganz andere Sprache benötigt, die jeder versteht. „Listen and try.“ hört zu und versucht es, fordert Jaqueline Fischer die Gruppe auf. Sie ist Choreographin im Theater der Klänge. Tanzerfahrung ist dabei keine Voraussetzung, nur Spaß an Bewegung soll mitgebracht werden. Phaedra Pisimisi, professionelle weltweit arbeitende Tänzerin, schafft es durch ihr freies Tanzverständnis die Gruppe in Schwung zu bringen. Choreographien werden improvisiert, körperliche Berührungsängste abgebaut und viel gelacht. Ihre charmante motivierende Art zeigt schnell; Es gibt kein falsch! „Work togehter. Arbeitet zusammen. Ihr entscheidet, ob ihr eure Bewegungen mit eurem Partner oder mit jemand anderem aus der Gruppe ausführt.” sagt die schon leicht ins Schwitzen geratene momentan in Düsseldorf lebende Griechin. Grenzen überwinden kann so gute Laune machen! Die hier erarbeiteten Ergebnisse sollen am Ende der Woche in einer kleinen Performance zusammenfließen und in der entweihten Berger Kirche aufgeführt werden.

 

„Zum Expressionismus gehört in Deutschland die Befreiung des Körpers. Umgekehrt bedeutet das, der Körper muss befreit werden, der vorher nicht befreit war.“ Prof. Jörg Lensing

 

Tanz und Musik sind oft eine Symbiose. Deshalb hört die energiegeladene Gruppe beim Impulsvortrag von Prof. Jörg Lensing, Mitbegründer vom Theater der Klänge, aufmerksam zu. „In der Phase der freien Atonalität, bis ungefähr 1923, konnte der Komponist machen was er will. Es gibt Komponisten wie Henry Cowell, der gesagt hat, ich muss gar nicht mehr mit den Fingern Klavier spielen, ich spiele nur noch mit den Ellenbogen.“

Weitere philosophische gedankenreiche Momente eröffnet Nele Guinand von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. „Erst wenn mein Umfeld zulässt, dass ich tuen kann was ich will, dann erst bin ich frei.“ In ihrem Workshop kann jeder offen bekunden, was ihn beschäftigt. Schlagwörter wie #ängste #kommunikation #newhorizons #shy #limit zeigen der Gruppe; Ob in Griechenland oder in Deutschland, Jugendliche sorgen sich um die gleichen Themen. Iliana, eine der deutschen Teilnehmerinnen mit griechischen Wurzeln, fasst zusammen: „Wir haben Ideen ausgetauscht und darüber Diskutiert was Freiheit für jeden einzelnen bedeutet. Wir sind dem Thema von verschiedenen Seiten nähergekommen, wodurch unsere Horizonte erweitert wurden. Es haben Menschen zu uns gesprochen die sehr inspirierend waren. Sie haben uns zum Nachdenken angestoßen ob wir die Freiheit die wir leben echt ist, oder nur eine Illusion.“

 

„We have been strangers and now we know each other. Thank you very much, that we just could dance with you.” „Wir waren Fremde und nun kennen wir uns. Danke, dass wir einfach mit euch tanzen konnten.“ Anna-Lena, deutsche Teilnehmerin   

 

Die stolzen Düsseldorfer möchten ihren neugewonnen griechischen Freunden neben dem Workshop-Alltag etwas ihrer Kultur zeigen. Es gibt einen Ausflug ins historische Kaiserswerth, einen Rundgang über den Weihnachtsmarkt und einen Empfang im Düsseldorfer Rathaus vom Integrationsrat.

Doch langsam muss die Gruppe sich voneinander verabschieden.

„Thank you that you visited us and shared with us all your ideas; opened your heats and your minds. And now let’s celebrate one week of hard work.” so lädt Gabriela Schmitt, Bildungsreferentin bei Arbeit und Leben NRW, zum letzten gemeinsamen Abendessen bei Rotkohlduft und Altbier ein. Sie ist sehr dankbar für den Ideenreichen Austausch, die offenen Herzen und Geister und möchte nach einer Woche harter Arbeit einfach nur noch feiern. Auch Thomais aus Griechenland ist sehr glücklich. Für sie ist ihr Leben neu geformt worden, was sie nie vergessen wird. „I think it is a live shape. I will never forget all this moments.“ Ihre Freundin Myrto kann nur noch ergänzend sagen „This experience opened my mind and made me see thinks in a different way.“ Myrto ist offener geworden und sieht die Dinge nun aus einer neuen Perspektive.

 

„Gefangene unserer Freiheit.

Können wir entfliehen, indem wir uns begegnen?“ Lucas, deutscher Teilnehmer

Den Bericht mit Bildern können sie hier als PDF ansehen.

Videobericht


 

 

Das Projekt wurde gefördert vom NRW Kultursekretariat Wuppertal und dem Bildungsministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

THEATER DER KLÄNGE

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Zusätzliche Informationen

Kontakt

Gabriela Schmitt

Bildungsreferentin

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Fax: 0211 - 938 00 29

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