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04.05.2018 10:55

Rolle von Gewerkschaften und Betrieblicher Interessenvertretung in der Nicht-finanziellen Berichterstattung

Publikation zur „CSR-Richtlinie“ 2014/95/EU erschienen


Für das Geschäftsjahr 2017 müssen große Unternehmen in ganz Europa erstmals Nicht-finanzielle Berichte veröffentlichen, Grund dafür ist eine europäische Richtlinie. In den bisher häufig auf freiwilliger Basis veröffentlichten Berichten zur Unternehmensverantwortung (CSR) war es dem Management freigestellt wie und worüber es berichtet. Mit der neuen Gesetzgebung kommt ein Mindestmaß an Verbindlichkeit in das Thema.

In Deutschland wurden die Nicht-finanziellen Berichte dem Lagebericht gleichgestellt und müssen ebenfalls vom Aufsichtsrat abgenommen werden. Spätestens dort kommen auch die Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitnehmerseite in Kontakt mit den Berichten und müssen sich dazu verhalten. Viele der in den Nicht-finanziellen Berichten enthaltenen Informationen sind aber auch darüber hinaus relevant für Betriebsräte und Gewerkschaften – denn sie betreffen ihre Kernthemen wie Weiterbildung, Geschlechtergerechtigkeit oder Beschäftigungsarten. Die Berichte schaffen somit einerseits zusätzliche Transparenz, geben den Unternehmen andererseits aber auch inhaltliche Deutungshoheit. Wie sollen Betriebsräte und Gewerkschaften zukünftig also damit umgehen?

Mit dem Projekt „DimasoLab – Directive 2014/95/EU Impact Assessment on Labour Relations“ hat Arbeit und Leben NRW gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus 12 Ländern die möglichen Auswirkungen der EU Richtlinie auf Arbeitsbeziehungen in Europa untersucht. Besonders aufschlussreich waren dabei die Erfahrungen aus Ländern in denen es solche Berichtspflichten bereits länger gibt.

Die Ergebnisse des Projekts wurden bei der Transfertagung vom 08.-09. März 2018 in Düsseldorf präsentiert. Unter den rund 40 Teilnehmenden waren Vertreterinnen und Vertreter von Gewerkschaften aus unterschiedlichen europäischen Ländern sowie von zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Auch Rainald Thannisch, der beim DGB Bundesvorstand für das Thema zuständig ist, nahm an der Veranstaltung teil. „Arbeitnehmervertreterinnen und Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat müssen in der Lage sein die Nicht-finanziellen Berichte einzuordnen und kritisch bewerten zu können. Sie können wichtige Akteure sein, wenn es darum geht, die Informationen auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen. Je besser und detaillierter die Berichte ausgestaltet sind, desto besser können Arbeitnehmervertreter/innen auch Probleme aufgreifen und soziale Verantwortung einfordern. Idealerweise werden Vorstand bzw. Geschäftsführung Betriebsräte und Gewerkschaften daher bereits während der Erarbeitung der Berichte einbeziehen. Die Ergebnisse aus dem Projekt „DimasoLab“ sind ein wichtiger erster Schritt, um das Thema auszuloten und gewerkschaftliche Positionen zu entwickeln., so Thannisch.

Um anschließend mit den Berichten zielführend zu arbeiten, sind spezielle Analysefähigkeiten gefragt. „Das Feld allein der Arbeitgeberseite und Investoren zu überlassen, wäre grob fahrlässig. Auf Grundlage der Ergebnisse aus dem Projekt „DimasoLab“ entwickeln wir deshalb ein Seminarkonzept, um Kolleginnen und Kollegen zu gut informierten und starken Akteuren in dem Feld zu machen.“, so Susan Paeschke, stellv. Landesgeschäftsführerin Arbeit und Leben NRW.

Die Ergebnisse des Projekts „DimasoLab“ sind in einer umfangreichen Publikation erschienen. Neben einer Zusammenfassung der Länderstudien beinhaltet sie vier Szenarien sowie Interviews mit einigen der beteiligten Expertinnen und Experten.

Die Publikation kann unter www.aulnrw.de/dimasolab heruntergeladen werden.


Kurzlink zu dieser Seite: https://goo.gl/zNDvUG

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