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10.12.2019 14:58

Osteuropäische Beschäftigte auf Weihnachtsmärkten bekommen oft keinen Mindestlohn


Auf zwei Informationsaktionen auf dem Weihnachtsmarkt in Dortmund letzte Woche ist es klargeworden, dass die Beschäftigten aus Osteuropa nicht den gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 9,19 Euro pro Stunde erhalten. Die Aktionen wurden von unseren Kooperationspartnern „Faire Mobilität“ initiiert und von Vertreter*innen des Deutschen Gewerkschaftsbundes wie Jutta Reiter (Vorsitzende DGB-Stadtverband Dortmund) oder Stefan Körzell (DGB-Vorstandsmitglied) begleitet. Angesprochen wurden über einhundert Personen an unterschiedlichen Ständen, wo Bratwürste, Crépes oder Schmalzgebäck verkauft werden, somit konnte ein guter Einblick in die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten gewonnen werden.

Unsere Kollegin Elena Strato vertrat das Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ und sprach mit den rumänischen Saisonarbeiter*innen, die überwiegend an den Essensständen zwischen 8 und 12 Stunden für 45 Euro am Tag arbeiten. Dabei geht es um eine pauschale Monatsvergütung von 1000 bis 1200 Euro im Monat, Überstunden werden nicht bezahlt. Viele der Beschäftigten, die aus Rumänien oder Polen kommen, schreiben ihre tatsächlich geleisteten Stunden nicht auf und nehmen die pauschale Bezahlung hin. Dadurch wird häufig ermöglicht, den Mindestlohn zu unterlaufen. Die meisten Beschäftigten wissen nicht Bescheid, dass auch ihnen der deutsche Mindestlohn zusteht.

Die Kommunikation mit den Saisonarbeitskräften gestaltete sich teilweise schwierig, da sie über ihre Situation im Beisein der Standbetreiber bzw. der Vorgesetzten nicht sprechen konnten. Die Berater*innen der Beratungsstellen für Beschäftigten aus Mittel- und Osteuropa klärten die Beschäftigten über ihre Rechte auf und boten ihnen ihre Unterstützung bei der Durchsetzung ihrer Lohnansprüche an. Es bleibt abzuwarten, wie viele dieses Angebot nutzen werden.

Über die Aktionen und die Situation der Beschäftigten auf deutschen Weihnachtsmärkten wurde von WDR und dem Nordstadtblogger in Dortmund berichtet:

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-dortmund/video-lokalzeit-aus-dortmund---402.html (Ab Minute 4:39)

https://youtu.be/XbC5BQ3DSZQ

www.nordstadtblogger.de/mindestlohn-am-gluehweinstand-dgb-klaert-weihnachtsstadt-beschaeftigte-in-dortmund-ueber-ihre-rechte-auf/


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