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Forge Your Future! – Metal Industries Hamm/Lippstadt

Europäische Solidarität leben! Arbeit und Leben NRW hat in Zusammenarbeit mit den Metall-Tarifpartnern junge Menschen aus Spanien nach Westfalen geholt. Seit dem Herbst 2015 ermöglichen Unternehmen in Hamm, Lippstadt und Umgebung den Jugendlichen eine Ausbildung in der Metall- und Elektroindustrie. Arbeit und Leben hat eine Koordinierungsstelle für das Ausbildungsprojekt in Hamm eingerichtet. Ins Leben gerufen wurde „Forge Your Future“ von der IG Metall Hamm-Lippstadt und dem Unternehmensverband Westfalen-Mitte.

Spanien befindet sich in einer tiefen Krise mit weitreichenden Auswirkungen für die spanische Bevölkerung und insbesondere für die junge Generation. Jeder zweite junge Mensch unter 25 Jahren in Spanien ist derzeit arbeitslos. Besonders hart ist die spanischen Region Andalusien von der hohen Jugendarbeitslosigkeit betroffen, aus der die angehenden Auszubildenden kommen: 66 Prozent der jungen Menschen dort haben keine Arbeit.

Mit der Region Andalusien pflegt die IG Metall langjährige Beziehungen, die jetzt besonders wertvoll sind. „Wir wollen spanischen Jugendlichen durch eine Ausbildung in der Metall- und Elektroindustrie die Möglichkeit geben, die Krisensituation in ihrem Land während der Ausbildung in den deutschen Betrieben zu überbrücken“, erklärt Alfons Eilers, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Hamm-Lippstadt. Es absolvieren elf Jugendliche die Ausbildung in Deutschland. Diese dauert bis zu dreieinhalb Jahre.

Die jungen Leute werden seit August/September 2015 bei Firmen der Region ausgebildet: Sie werden Stanz- und Umformungsmechanikerin, Industriemechaniker, Konstruktionsmechaniker, Werkzeugmechaniker, Zerspanungsmechanikerin, Gießereimechanikerin oder Maschinen- und Anlagenführer.

Die Kooperationspartner verfolgen das Projekt zur Ausbildung spanischer Jugendlicher, um sie aus der Arbeitslosigkeit zu holen und ihnen eine berufliche Perspektiven zu geben. Die duale Ausbildung in Deutschland genießt durch ihre hohe Qualität auch in Spanien einen guten Ruf. Ziel ist es, den spanischen Jugendlichen mit dem deutschen Berufsabschluss berufliche Perspektiven in ihrer Heimat zu eröffnen. „Wer mit einem Facharbeiterbrief nach Spanien zurückkehrt, wird dort gute Jobchancen auf leitende Positionen im Betrieb haben“, schätzt Alfons Eilers die anschließenden Aussichten der Jugendlichen auf dem spanischen Arbeitsmarkt ein.

Dazu hat sich die IG Metall Hamm-Lippstadt mit dem Unternehmensverband Westfalen-Mitte zusammengetan und acht Unternehmen der Region mit ins Boot geholt. Im Rahmen des Bewerbungsprozesses arbeiten beide Akteure mit der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit zusammen.

Arbeit und Leben NRW steht den Tarifpartnern bei der Umsetzung des Projekts zur Seite. Wir haben die potenziellen Auszubildenden schon während ihrer Bewerbungsphase in Spanien begleitet und danach Hilfestellung in allen Phasen des Projekts bis zum Abschluss der Ausbildung geleistet. Auch für die weitere Projektleitung, Vernetzung und Beratung der beteiligten Unternehmen ist Arbeit und Leben NRW zuständig.

Das Projekt ist ein bundesweit einzigartiges Projekt im Metall- und Elektrobereich, das von den Tarifvertragsparteien gemeinsam initiiert wurde. Um „Forge your Future“ eine rechtliche Basis zu geben, haben IG Metall und Unternehmensverband einen Tarifvertrag geschlossen. Er regelt die Zusammenarbeit zwischen dem Auszubildenden und dem Ausbildungsbetrieb. Auch damit erhält das Projekt Modellcharakter. Die Ausbildungsplätze für die spanischen Jugendlichen wurden von den Firmen zusätzlich geschaffen. Alfons Eilers: „Es ist das erste Gemeinschaftsprojekt seiner Art in der Republik, das die Tarifpartnern der Metall- und Elektroindustrie zustande gebracht haben.“

In Andalusien lief zunächst die Suche nach interessierten Teilnehmenden auf Hochtouren. Nach der Bewerbungsphase wurden die Auszubildenden mit Sprachkursen intensiv auf die Ausbildungszeit vorbereitet. In einem daran anschließenden vorbereitenden Praktikum in Deutschland lernten sie ihre Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben kennen.

„Wir wollen mit dem Projekt etwas gegen die derzeit düstere Lage junger Menschen aus Spanien tun“, sagt Britta Peter von der IG Metall Hamm-Lippstadt. „Während ihres Aufenthaltes kümmern wir uns weiter um sie, denn die jungen Leute sollen sich hier wohlfühlen. Und durch das Zusammenarbeiten von Spaniern und Deutschen im Betrieb wollen wir auch das Bewusstsein für ein gemeinsames Europa stärken.“ Arbeit und Leben organisiert regelmäßige Koordinierungstreffen.

Träger und Unterstützerinnen/Unterstützer des Projektes:

Beginn des Projektes:

17.1.2015

Beteiligte Betriebe:

Förderung:

Das Projekt wird im Rahmen des Programms „The job of my life“ (MobiPro-EU) vom Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der Bundesagentur für Arbeit gefördert.

Kurzlink zu dieser Seite: http://goo.gl/AWqdIF

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