Fair im Betrieb

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Fair im Betrieb NRW

Mobbing, haltlose Kündigungen, ungerechtfertigte Gehaltskürzungen gegen betriebliche Interessenvertretungen, Verhinderung, Anfechtung oder Manipulation von Betriebsratswahlen… Um die Interessenvertretung durch Betriebsräte und Gewerkschaften zu unterbinden oder einzuschränken, richten sich einige Arbeitgeber immer wieder gegen Betriebsratsgremien oder einzelne engagierte Kolleginnen und Kollegen. Unliebsame Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden so mit falschen Anschuldigungen kriminalisiert, zermürbt und auf Dauer aus dem Unternehmen gedrängt. Dahinter steckt oft System und ohne professionelle Unterstützung ist es für Betroffene fast unmöglich, diesem Vorgehen wirkungsvoll etwas entgegenzusetzen.

In solchen Fällen unterstützt das von Arbeit und Leben NRW initiierte Projekt „Fair im Betrieb NRW“ betroffene Kolleginnen und Kollegen – berät, vermittelt Kontakte und organisiert, wenn nötig, öffentlichkeitswirksame Aktionen zur Unterstützung. Als Transferprojekt werden wir bis Ende 2019 mit erweiterten Schwerpunkten weiterarbeiten. Neben der weiterlaufenden Beratung und Unterstützung von Interessenvertretern/Interessenvertreterinnen, die sich Angriffen im Rahmen von Bossing und Union Busting ausgesetzt sehen,  wird das Projekt den Blick auch stärker auf Prävention richten. So wird ein Kreis neutraler Personen aufgebaut, die in einer verhärteten Auseinandersetzung zwischen den Konfliktparteien vermitteln sollen. Außerdem sammelt und erfasst das Projekt Erfolgsmodelle zur gelungenen Konfliktlösung und zur erfolgreichen Gestaltung der Mitbestimmung im Betrieb.

Dieses Best practice Netzwerk „Faires Miteinander im Betrieb“ mit Unternehmen, die Mitbestimmung als mitgestaltendes, unterstützendes Element verstehen und die zwangsläufig entstehenden Konflikte gemeinsam konstruktiv angehen, soll zum Austausch und als Vorbild dienen.

In Fällen von Bossing und Union Busting, wo es keine Vermittlungsmöglichkeiten gibt, werden Konzepte für eine Langzeitbegleitung im Konflikt erstellt. Ein weiteres Augenmerk der Konzeptarbeit liegt auf Nachbetreuung und Gestaltung tragfähiger Arbeitsbeziehungen nach einem Konflikt.

Fortgeführt werden die bewährten, wissenschaftlich-politischen Fachgespräche, die mit hochkarätigen Akteuren aus Politik, Wissenschaft, Justiz, Gewerkschaft und Medien besetzt sind. Weiterhin wird es auch die offenen Netzwerktreffen regelmäßig geben:

Sie bieten eine Plattform, um sich über aktuelle Angriffe auf engagierte Interessenvertretungen in NRW austauschen, Möglichkeiten gemeinsamer Gegenwehr auszuloten, sich besser kennenzulernen und zu vernetzen.

 Zusätzlich zu der Unterstützungsstruktur bietet „Fair im Betrieb NRW“ Handlungshilfen und Workshops für verschiedene Berufsgruppen an (http://www.aulnrw.de/projekte/projekte/fair-im-betrieb/downloads/).

 „Fair im Betrieb NRW“ ist ein Kooperationsprojekt von Arbeit und Leben NRW und der Günter-Wallraff-Stiftung. Es baut auf Erfahrungen von „Brennpunkt Betrieb“ und „Work-Watch“ auf. „Fair im Betrieb NRW“ wird vom Land NRW unterstützt: Das Land will so dazu beitragen, die Regeln des fairen Miteinanders zu stärken und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu verbessern. Dazu gehört es auch, die Mitbestimmung zu stärken. Das Projekt „Fair im Betrieb“ ist ein Baustein in diesem Themenfeld und wird mit Mitteln des Landes und des Europäischen Sozialfonds unterstützt.

Kurzlink zu dieser Seite: https://goo.gl/Yfmc87

Zusätzliche Informationen


Aktuelles

Flughafen Köln/Bonn Arbeitsgericht lockert Hausverbot für Pond-Betriebsrat

Köln - Ein Betriebsratsmitglied einer Sicherheitsfirma am Flughafen hat vor Gericht einen Erfolg erzielt. Er darf seine Kollegen für Gespräche im FedEx-Gebäude am Flughafen Köln/Bonn besuchen und deren Arbeitsplätze in Augenschein nehmen, so das Kölner Arbeitsgericht. Ein Hausverbot hat damit keinen Bestand mehr.

Fed-Ex hatte das erteilt, weil der Mann während der Arbeitszeit Betriebsratsarbeit geleistet habe. Der Pond-Betriebsrat bestreitet das wie den weiteren Vorwurf, er habe seinen Arbeitsplatz verlassen. Der Anwalt des Betriebsrats berief sich auf das Betriebsverfassungsgesetz, das das Stören oder Behindern von Betriebsratsarbeit untersagt. FedEx sagte dagegen, dass der Pond-Betriebsrat nicht tätig werden müsse. Der Betriebsrat von FedEx kümmere sich um Arbeitsschutz in dem Gebäude, so deren Anwalt. Das überzeugte das Gericht nicht. Der FedEx-Betriebsrat sei nicht für Mitarbeiter anderer Firmen zuständig, die im Rahmen von Werksverträgen bei FedEx arbeiteten, hielt der Anwalt des Betriebsrates entgegen. Für ihn und die Gewerkschaft Verdi hat das Urteil grundsätzliche Bedeutung. Werkauftraggeber müssten Betriebsräte in ihre Gebäude lassen.

Seiner Arbeit kann der Mann noch nicht nachgehen. Und im Mai muss das Landesarbeitsgericht über seine Kündigung entscheiden. Die hatte Pond mit Blick auf das Hausverbot ausgesprochen. Der Mann sei nicht mehr einsetzbar. Betriebsratsmitgliedern kann nur außerordentlich gekündigt werden, wenn der Betriebsrat zustimmt oder ein Arbeitsgericht die Zustimmung ersetzt. (raz) – Quelle: https://www.rundschau-online.de/30008314 ©2018


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