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Besuch von Minister Armin Laschet bei der AGE-Gruppe MHP in der KiTa
Im Rahmen einer Generationenreise wird Minister Armin Laschet am 7. September das Projekt KiTa Sylverberg der AGE-Gruppe MHP besuchen. Für die Agentur AGE, die in Hamm schon seit mehr als vier Jahren durch die von Ruheständlern durchgeführten gemeinnützigen Aktionen bekannt ist, ist dies eine große Anerkennung für die bisher geleistete Arbeit. Der Minister hat den Beteiligten von AGE im vergangenen Oktober bereits den renommierten Robert Jungk Preis 2005 überreicht.
Die Zusammenarbeit mit der KiTA Sylverberg kam im Frühjahr 2004 zustande. Damals sendete die Leiterin der KiTA, Renate Ackermann, einen Hilferuf. Denn die zahlreichen Spielgeräte, Sitzmöglichkeiten, Unterstände und Hütten auf dem 10.000 Quadratmeter großen Gelände waren in renovierungsbedürftigem Zustand. Die Agentur AGE konnte aushelfen: In der AGE-Betriebsgruppe der Mannesmann Präzisrohr GmbH (MHP) fand sich eine Gruppe von sechs Ruheständlern, die nun den dritten Sommer in Folge regelmäßig einmal pro Woche einige Stunden auf dem Gelände der KiTa verbringen. Nachdem sie zunächst Sitzgelegenheiten und Spielgeräte ausgebessert und neu gestrichen hatten, nahmen sich die Männer als Nächstes ein Lagerhäuschen vor, das umzustürzen drohte. In diesem Sommer ist es ein maroder Bauwagen, der ausgebessert werden muss.
Für die Leiterin der KiTa, Renate Ackermann, sind die Ruheständler von AGE ein Glückstreffer. Nicht nur, dass sie die Außenanlagen vor dem Verfall bewahren - auch aus pädagogischen Gründen ist die Zusammenarbeit sehr wertvoll. Denn die Kinder verfolgen die Arbeit der Männer von AGE sehr genau und lernen auf diese Weise, dass ihre unmittelbare Umgebung Pflege und Wartung braucht. Nicht alle haben in ihren Familien die Gelegenheit, Einblick in handwerkliche Arbeiten zu bekommen, und ihr Interesse an dem, was die "Arbeiter" leisten, ist groß.
Möglich wird dieses Zusammenspiel durch die Trägerorganisationen Arbeit und Leben DGB/VHS NW e.V. und die Volkshochschule Hamm. Beide Bildungseinrichtungen stellen die notwendigen Mittel zur Verfügung, um Personal und Büro in der VHS zu unterhalten und die notwendigen Koordinierungsarbeiten zu leisten. Unterstützung bekommt AGE aber auch von den beteiligten Unternehmen MHP, DuPont und Bergwerk Ost, die ihren jeweiligen AGE-Betriebsgruppen mit Material, Werkräumen und finanziellen Mitteln zur Seite stehen.
Trotz dieser Unterstützung - die zwar sehr hilfreich ist, aber nicht ausreicht - und trotz mehrfacher Prämierungen der Agentur hängt die Fortführung der Arbeit am seidenen Faden. Zur Zeit noch gibt es eine Teilfinanzierung des Landes NRW aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds für das neue, an AGE angebundene Projekt SchuB - Schule und Beruf -, bei dem Ruheständler Jugendliche im Übergang in den Beruf unterstützen. Doch eine dauerhafte institutionelle Förderung, um AGE auch für die Zukunft zu sichern, fehlt noch. Die Beteiligten von AGE hoffen daher, dass die nun im Rahmen des Ministerbesuches gewährte Beachtung des Projektes dabei hilft, die nötigen Weichen für eine dauerhafte Einrichtung zu sichern. Der Minister wird sich bei seinem Besuch über die geleisteten Arbeiten in der KiTa, den pädagogischen Hintergrund dieses generationenübergreifenden Projektes und - im Gespräch mit den Hauptamtlichen des AGE-Büros und den Sprechern der Betriebsgruppen - über die Agentur AGE informieren.
Pressebricht zum Ministerbesuch
Zu Besuch bei Generationen
NRW-Minister Armin Laschet überzeugt sich von der guten Arbeit der AGE In der Kita Sylverberg lobt er gelungenes Zusammenwirken von Jung und Alt
HAMM-OSTEN. Einen etwas zerknirschten Eindruck machte Armin Laschet ja schon, als er gestern Mittag die Kindertagesstätte Sylverberg im Hammer Osten besuchte. Von der anstrengenden "Generationenreise" quer durch Nordrhein-Westfalen sichtlich mitgenommen, rieb er sich unter der goldenen Prada-Brille die Augen, während er den euphorischen Grußworten des ewig-fröhlichen Oberbürgermeisters von Hamm mehr oder weniger lauschte und auf seine eigene Ansprache wartete.
Gekommen war der Generationenminister des Landes für ein Stündchen, umnach eigener Aussage "zu sehen, wo der Zusammenhalt der Generationen gefördert wird". In der Kita sanieren seit 2004 fünf Ruheständler von MHP, die von der Hammer Agentur für Gesellschaftliches Engagement (AGE) vermittelt worden sind, Spielgeräte und Bauwerke auf dem gut 10 000 Quadratmeter großen Außengelände der Kita.
"Wir müssen mehr Augenmerk auf den Zusammenhalt und das Zusammenleben der Generationen richten", sagte Laschet bei seinem Besuch in Hamm. Es reiche nicht, die Generationenfrage auf Themen wie soziale Sicherung, Rente oder Staatsfinanzierung zu begrenzen. Angesichts der demografischen Entwicklung sei es entscheidend, den guten Zusammenhalt der Generationen zu bewahren. "Was wir wollen, ist eine Neubewertung von Arbeit", erklärte der 45-Jährige. Die Gesellschaft müsse das Potenzial aller nutzen. "Die jungen Menschen, die in wenigen Jahren zu einer Minderheit werden, dürfen nicht alleine gelassen werden", machte der Minister klar. Deswegen müsse man Wege finden, wie sich Menschen nach Abschluss ihrer beruflichen Laufbahn weiter für die Gesellschaft einbringen können. "Von der Politik aus können wir aber nur Netzwerke schaffen und appellieren, sich in diesen zu engagieren."
"Musterbeispiel, das über die Stadt hinausstrahlt"
Hamm sei mit seinem AGE-Projekt ein Musterbeispiel, das weit über die Stadt hinausstrahle. "In vielen Projekten wie diesem wird der Ideenreichtum und das Potenzial der älteren Generation bereits für die Gesellschaft eingesetzt. Mit meiner Reise möchte ich diese in der Regel lokalen Projekte bekannter machen und sie anderen Städten als Vorbilder präsentieren", sagte der Minister. Die Erfahrungen aus der dreitägigen Reise zu 13 verschiedenen Projekten würden anschließend ausgewertet und in neue Projekte fließen, versprach er. OB Hunsteger-Petermann, der den Minister kurz warten ließ, weil er einen kleinen Jungen, der ihm unbedingt sein schmuckes Holzschwert zeigen wollte, nicht einfach stehen lassen wollte, zeigte sich von der Arbeit der AGE ebenfalls begeistert. "Das Prinzip ist so einfach wie gut", lobte er. "Die Leute packen da an, wo es nötig ist, und jeder macht so viel, wie er kann." Den Erfolg bescheinigten auch die mehrfachen Prämierungen von AGE. "Die Arbeit, die die Ruheständler hier leisten, ist von unschätzbarem Wert, und das meine ich nicht nur in fiskalischer Hinsicht", sagte das Stadtoberhaupt.
Regina Schumacher-Goldner von der Trägerorganisation "Arbeit und Leben" wies den Minister auf die schwierige finanzielle Situation hin. "Die Fortführung unserer Arbeit hängt am seidenen Faden", sagte sie. Die Beteiligten von AGE hofften daher, dass der Minister dabei hilft, die nötigen Weichen für eine dauerhafte Einrichtung der Agentur zu sichern.





